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Kleidung

Tipps für den Einkauf

Für welche Kleidungsstücke müssen Tiere leiden?

Für Kleidung aus Seide, Pelz, Leder oder Daunen müssen viele Tiere leiden. Aber welche Kleidung kannst du dann guten Gewissens anziehen? In den meisten Geschäften und bei vielen bekannten Modemarken findest du Oberteile aus Baumwolle, Hosen ohne Lederaufnäher oder Jacken ohne Fell und Leder. Handtaschen und Gürtel gibt es auch aus Hanf oder künstlichen Lederimitaten. Wirf einfach einen Blick auf das Etikett. Wenn  du ganz sicher gehen willst, kannst du dich auch über vegane Labels informieren, die ganz sicher auf tierische Kleberbestandteile, Lederaufnäher, Seide oder beispielsweise Knöpfe aus Horn verzichten.

Bremer Tierschutzjugend sagt NEIN zu Pelz!

Pelz

Jedes Jahr im Herbst und Winter sieht man sie wieder: Fell und Pelzbesatz an Kapuzenkragen, Stiefeln und Schuhen, an Handschuhen oder Taschen. Oft wissen die Käufer nicht, dass es sich um Echtfell handelt. Hochwertiger Kunstpelz ist nicht viel günstiger als in Billiglohnländern produzierter Echtpelz. Zusätzliche Verwirrung schaffen die Modehersteller, indem sie Fantasienamen vergeben wie „Chinchillette“ für Kaninchen oder „Telentka“ für Eichhörnchen.

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Außerdem wissen die Verkäufer in den Modegeschäften selten, von welchem Tier der Pelzbesatz an der Kleidung stammt. Deswegen ist generell Vorsicht geboten Kleidung oder Accessoires mit Fellbesatz zu kaufen. Hier findest du eine Liste mit pelzfreien Warenhäuser.

Für die Mode werden Pelztiere wie Füchse, Chinchillas oder Nerze auf Pelztierfarmen in winzigen Drahtkäfigen gehalten. Der dünne Draht kann die empfindlichen Pfoten der Tiere verletzen und die Käfige bieten den Tieren weder Beschäftigung noch Raum für Bewegung. Die Folge sind schwere Verhaltensstörungen wie hektisches Auf- und Ablaufen bei etwa zwei Drittel aller Farmtiere. Der Großteil der verwendeten Felle stammt aus der Pelztierzucht, der Rest aus der Landwirtschaft und der Jagd.

Wolle

Wolle ist einer der ältesten Rohstoffe und wird oft als natürlich beworben. Große Modeketten nutzen überwiegend Wolle aus Australien, da deutsche Wolle oft nicht fein genug ist. Um Wolle für Kleidungsstücke zu produzieren sind nur bestimmte Schafrassen geeignet, wie z.B. das Merinoschaf.

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Diese Schafrasse hat um den Schwanz herum bewollte Hautfalten. Diese Falten werden oft, besonders bei schlechter Haltung, von Fliegenmaden besiedelt, was für die Schafe gesundheitsschädlich ist.  Um das zu verhindern und die Pflege der Tiere zu vereinfachen, werden den Schafen die Hautfalten rund um den Schwanz  ohne Betäubung abgeschnitten. Dies ist für die Tiere sehr schmerzhaft. Nachdem die blutenden Wunden verheilt sind, wächst auf den Narben keine Wolle mehr, was das Risiko für den Befall von Fliegenmaden reduzieren soll. In Deutschland ist dieses Vorgehen verboten. Frage beim Kauf von Wollprodukten nach, ob diese aus Australien importiert wurden und von gequälten Schafen stammen.

Federn und Daunen

Zur Füllung von Jacken oder Bettdecken werden oft Federn und Daunen von Enten und Gänsen verwendet. Gänsen werden die Federn manchmal lebendig ausgerupft – mit der Maschine oder mit der Hand. Dabei werden den Tieren schmerzhafte Wunden zugefügt. Am besten ist es, wenn du Alternativen zu Federn kaufst, um diese Tierquälerei nicht zu finanzieren. Auch bei Bettdecken gibt es inzwischen Angebote aus modernen Schaumstoffen. Soll es doch mit Daunen sein, frage nach, ob sie von bereits geschlachteten Tieren stammen und nicht aus Ländern, in denen die Stopfleberproduktion erlaubt ist. Denn vor allem Entendaunen stammen häufig von Stopfleberfarmen. Du kannst auch darauf achten, ob Produkte mit einem Downpass ausgezeichnet sind. Für Produkte, die dieses Siegel tragen, ist sowohl Lebendrupf und -rauf  als auch Zwangsfütterung (Stopfen) der Tiere verboten.

Leder

© Rainer Sturm/pixelio.de

Große Teile der von uns genutzten Tierhaut sind ein Nebenprodukt der Fleischgewinnung. Die Fleischindustrie profitiert aber von einer hohen Nachfrage nach Tierhäuten. Das Leder stammt oft von Tieren, die während ihrer Lebenszeit unter schlechten Bedingungen in der Intensivtierhaltung aufgewachsen sind. Die Fleischproduzenten, die die Tierhaut verwerten und verkaufen, machen mit dem Verkauf und leider auch mit der Tierqual großen Gewinn. Um aus der Tierhaut ein Bekleidungsstück zu machen, werden viele chemische Stoffe verwendet, die giftig für Umwelt und Menschen sind.

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Es ist nur selten möglich zu erkennen, woher das Leder stammt. Häufig kommt es aus Ländern, in denen die Tiere schlechter gehalten werden als bei uns. Tierfreundliche Alternativen sind beispielsweise Baumwolle, Leinen, Gummi, Chinagras, Segeltuchstoff und synthetische Stoffe. Mittlerweile gibt es Hersteller, die sogar Leder-Alternativen aus Ananas-Blättern oder Kork produzieren. Viele große  Unternehmen bieten bereits lederfreie Schuhe, Geldbörsen und Taschen an.