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Vögel

So helft ihr heimischen Vögeln

Viele Vögel sind bei uns zu Hause

In großer Vielfalt leben heimische Vögel in Parks, Gärten, Wäldern oder auch auf dem offenen Feld. Mauersegler verbringen nahezu ihr gesamtes Leben in der Luft und schlafen sogar im Flug. Gartenvögel wie Amseln, Haussperlinge oder Kohlmeisen sind bei uns auch im Winter anzutreffen. Enten oder Schwäne haben sich optimal ans Wasser angepasst, während Stadttauben als Nachfahren ihrer an Küstenfelsen wildlebenden Verwandten inzwischen die Gebäude der Stadt als Alternative schätzen gelernt haben.

Haustierhaare als Nisthilfe

Wohin mit den Haaren eurer Haustiere? Anstatt sie wegzuwerfen, könnt ihr noch etwas Sinnvolles damit machen. Vögel freuen sich darüber, denn: Haustierhaare eignen sich gut als Nistmaterial. Sammelt die Haare und hängt sie nach draußen. Schon bald werden sich die ersten Vögel bedienen und sie zu ihren Nistplätzen transportieren. Den Anfang beim Brüten machen ab März/April häufig Meisen, Drosseln und Spechte. Die Hauptbrutzeit der meisten Vögel ist im Mai und Juni. Einige Vögel brüten teilweise auch bis Ende Juli.

Helfen

Um den Lebensraum heimischer Vögel zu schützen, könnt ihr einiges tun:

  • Wenn ihr Holunder, Weißdorn, Wildrosen oder andere heimische Pflanzen im Garten anpflanzt, bietet ihr Vögeln Futter und Nistplätze.
  • Werft keine Essensreste weg, genauso wenig anderen Müll, Leinen oder Schnüre, in denen sich Vögel verheddern und nicht mehr befreien können. Ihr könnt Müll aufsammeln, damit sich Tauben oder andere Vögel darin nicht verletzen.
  • Wenn ihr kranke Vögel oder Jungvögel in Gefahr beobachtet, die zum Beispiel allein am Rand einer befahrenen Straße sitzen, informiert am besten den Tierschutzverein in euer Nähe oder setzt die Tiere vorsichtig an einen nahe gelegenen, geschützten Ort um.
  • Ihr könnt Taubentürme mit betreuen, fragt auch dazu beim Tierschutzverein eurer Stadt nach.
  • Ihr könnt Nistkästen aufhängen, Vogeltränken aufstellen (müssen wöchentlich gereinigt werden), Vogelfutter anfertigen und aufhängen.

Stadttauben

Tauben leben in fast allen größeren Städten. In Häusernischen und Stadtmauern finden die verwilderten Haustauben Nistgelegenheiten, Fußgängerzonen oder Bahnhöfe sind ihr Lebensraum. Früher lebten die Tiere noch vom Getreide auf den Feldern. Heute haben sie sich gut an den menschlichen Lebensraum angepasst und können sich daher auch von weggeworfenen Essensresten ernähren. Dies ist für die Tiere aber sehr ungesund.

Dank vieler Vorurteile möchten viele Menschen keine Tauben in ihren Städten haben. Sie fühlen sich gestört durch das Gurren oder Flattern oder dem Kot, welcher auf Häusern und Plätzen zurück bleibt. Die Tauben mit „Spikes“ auf den Häusern zu vergraulen, einzufangen oder sogar zu töten, ist nicht nur grausam  sondern nützt auch nichts. Die Tauben vermehren sich dadurch nur noch mehr und schließen die Lücken schnell wieder.

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Taubenschlag am Hauptbahnhof München

Langfristig und tierfreundlich können Stadttauben nur durch betreute Taubenschläge kontrolliert werden. Dazu werden die Tiere an einen Taubenschlagt gewöhnt, leben und brüten dort, können aber auch frei aus- und einfliegen. Diese Taubenschläge müssen von Helfern regelmäßig gereinigt werden, gelegte Eier werden durch falsche Gips-Eier ersetzt, um die Zahl der Tauben langsam zu reduzieren und die Tiere erhalten taubengerechtes Futter, Wasser und tiermedizinische Betreuung. Dieses Konzept wird bereits in mehreren Städten sehr erfolgreich umgesetzt. Man weiß heute, dass die Tauben und somit auch deren Kot bis zu 80 Prozent in solchen Taubenschlägen bleibt, wenn sie gut betreut sind. Dadurch ist ein friedliches Leben zwischen Menschen und Stadttauben in Städten möglich.

Richtig füttern

Vor allem im Winter könnt ihr den heimischen Vögeln Futter anbieten. In Gebieten, in denen zum Beispiel durch Landwirtschaft die Nahrung für die Vögel knapp ist, kann auch das ganze Jahr über gefüttert werden. Denn dort finden die Vögel in der warmen Jahreszeit weniger Futter als früher: Wildkräuter, die Insekten anziehen, wachsen hier kaum noch und Erntemaschinen sammeln auch das letzte Getreidekorn vom Acker.

Zu den Körnerfressern zählen zum Beispiel Meise, Fink oder Spatz. Ihnen könnt ihr Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Getreide wie Weizen oder Hafer, Leinsamen und zerkleinerte, unbehandelte Erdnüsse anbieten. Fertige Futtermischungen, Futterringe und Meisenknödel, könnt ihr auch kaufen und aufhängen

Weichfutterfresser sind Amseln, Rotkehlchen oder der kleine Zaunkönig. Sie bevorzugen Obst und Beeren: Holunder,  Eberesche (Vogelbeeren), Liguster, wilden Wein und Weißdorn. Wenn solche Beeren in eurem Garten wachsen, lasst sie dort für die Vögel hängen. Aus ganzen Äpfel und Birnen picken sich die Vögel dann Stücke heraus. Klein geschnittenes Obst kann im Winter leicht gefrieren und ist dann schädlich für die Tiere.

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So füttert ihr richtig:

  • Füttert vormittags und nachmittags kleine Mengen
  • Richtet am besten mehrere Futterstellen ein, damit sich die Vögel verteilen können
  • Bietet Körnerfressern und Weichfutterfressern getrennt Futter an, damit sie sich nicht stören
  • Verfüttert keine Speisereste – Salz und Gewürze sind für Vögel schädlich
  • Legt keine Brotreste aus – Brot ist kein artgerechtes Futter
  • Fegt Futterhäuschen regelmäßig aus oder schrubbt sie mit kochendem Wasser ab, damit sich dort keine Parasiten und Krankheitserreger ausbreiten können
  • Im Winter könnt ihr – auch bei Frost – zusätzlich Schalen mit Trink- und Badewasser anbieten
  • Wasservögel, wie zum Beispiel Schwäne, Enten, Blässhühner und Gänse finden in der Regel genügend Futter in der Natur. Sind Seen und Teiche zugefroren, hilft es aber, den Wasservögeln Futter anzubieten. Geeignetes Winterfutter ist Getreide, Kleie, Hühnerfutter, weiche Kartoffeln, Rübenstückchen und Eicheln. Legt das Futter nur am Ufer aus bietet nur soviel Futter an, wie die Tiere in kurzer Zeit aufnehmen können. Liegen gebliebenes Futter kann sich schnell mit Kot – und somit Krankheitserregern – vermischen.

Futterstelle bauen

Ihr benötigt:

  • 1 Einweg-Plastikflasche (PET) mit Verschluss
  • 1-2 Holzkochlöffel als Sitzstangen
  • 1 Schere
  • 1 Nähnadel
  • Vogelfuttermischung, Sonnenblumenkerne oder Erdnüsse
  • Garn/Kordel zum Aufhängen

Bohrt mit einer Nähnadel gegenüberliegend zwei Löcher in die Seiten der Plastikflasche, die ihr dann mit der Schere vorsichtig etwas vergrößert, so dass ein Kochlöffel als Landeplatz hindurch geschoben werden kann. Das könnt ihr etwas höher für einen zweiten Löffel wiederholen, so dass beide über Kreuz in der Flasche stecken. Bohrt dann oberhalb der Sitzstangen jeweils ein kleines Loch in die Flasche, das ihr wieder mit der Schere etwas vergrößert. Aus diesen Löchern fressen die Vögel. Sie sollten nicht zu groß sein, damit das Futter nicht herausfällt. Füllt die Flasche mit Futter, beispielsweise Sonnenblumenkerne und Erdnüsse, und hängt sie am Garn auf – gut geschützt vor Katzen.

Hinweis: Achtet darauf, dass keine scharfen Kanten vorhanden sind und tauscht die Flaschen spätestens nach einem Winter aus. Plastik-Mehrwegflaschen aus sehr stabilem Kunststoff sind für diese Bastel­aktion ungeeignet, da das Material zu fest ist, um durchbohrt und mit der Schere bearbeitet zu werden.

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Oder ihr richtet im Schutz eines Baumes oder eines Gebüsches am Boden eine überdachte Stelle ein, die Schutz vor Wind und Schnee bietet. Die Vögel sollten an der Stelle einen freien Ausblick nach allen Seiten haben, damit sie herannahende Feinde rechtzeitig entdecken können. Dort könnt ihr den Vögeln getrocknete Beeren und Obst am Stück anbieten. Oder bringt Futterhäuschen frei hängend an einem Ast an, damit Feinde sie nicht erreichen können.