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Schweine

Kluge Spürnasen

Schweine sind sehr kluge Tiere. Mit ihrer feinen Nase können sie besser riechen als ein Hund und sogar Trüffel aufspüren. Das Wühlen mit dem Rüssel und ausgiebige Schlammbäder gehören zu ihren Lieblingsbeschäftigungen.

Natürliches Verhalten

Hausschweine, die man unter natürlichen Bedingungen hält, verhalten sich genauso wie Wildschweine:

Wildschweine leben in Familiengruppen (Rotten) in Laub- und Mischwäldern. Innerhalb einer Rotte gibt es eine feste Rangordnung: Alle Sauen und Ferkel folgen der ältesten Sau. Junge Eber halten etwas Abstand zur Rotte. Alte Eber leben meistens als Einzelgänger. Die Tiere einer Rotte kennen einander. Fremde Schweine werden angegriffen und verjagt. Wenn mehrere Schweine aus verschiedenen Rotten in einem Gehege zusammenkommen, kämpfen sie erst einmal um die Rangordnung. Sobald die klar ist, tritt Ruhe ein.

Augen
Schweine haben kleine Augen. Sie können nicht gut sehen.

Rüssel
Mit dem beweglichen Rüssel an ihrer langen Schnauze können Schweine besser riechen als Hunde. Sie benutzen den Rüssel aber auch, um Nahrung zu suchen, etwas zu erkunden und im Boden herumzuwühlen.

Ohren
Schweine haben ein sehr gutes Gehör und große Ohren.

Haut
Wildschweine haben ein dickes Fell aus Borsten. Hausschweine haben dieses Fell nicht. Ihre Haut ist empfindlicher und sie können Sonnenbrand bekommen. Da sie nicht schwitzen können, wälzen (suhlen) Schweine sich gerne im Schlamm. Eine Schlammschicht auf der Haut schützt die Tiere auch vor der Sonne und vor Insektenstichen.

Gesäuge
Das Euter des weiblichen Wildschweins hat zehn Zitzen. Weibliche Hausschweine haben meistens 14 Zitzen.

Klauen
Der Schweinefuß hat vier Zehen, die man auch Klauen nennt. Die beiden äußeren reichen nicht bis auf den Boden. Die beiden großen Klauen in der Mitte tragen das ganze Gewicht des Schweines.

Ringelschwanz
Am Schwanz kann man erkennen, ob ein Schwein sich wohlfühlt. Bei Aufregung wedelt ein Schwein heftig mit seinem Ringelschwanz. Ist der Schwanz geringelt, dann ist das Tier gesund und ihm geht es gut. Ein krankes Tier lässt ihn herunterhängen.

Mehr Infos zum Verhalten von Schweinen bekommt ihr in unserer Broschüre

Landwirtschaft

In den riesigen Anlagen, in denen Schweine gehalten werden, können sie ihr natürliches Verhalten wie Wühlen oder Suhlen nicht ausleben. Es gibt Schweinefabriken mit Zehntausenden Tieren. Dort leben sie ohne Auslauf, Tageslicht und in sehr kleinen Bereichen, in denen die Tiere sich kaum bewegen können.

Anstatt im Freien im Boden zu wühlen und Grünfutter zu fressen, bekommen sie fertiges proteinreiches Futter, das sie in kurzer Zeit auffressen. Die Tiere sollen möglichst schnell zunehmen, damit sie geschlachtet werden können. Die Schweine dürfen auch nicht im Stroh wühlen. Der Boden der Buchten besteht meistens aus Betonspalten. Durch die Schlitze fällt der Kot direkt in die Güllegrube. So spart sich der Landwirt das Ausmisten. Dabei sind Schweine sehr saubere Tiere, die ihren Schlaf- und Kot-Platz voneinander trennen.

Mehr Infos zu Schweinen in der Landwirtschaft in unserer Broschüre

Ferkel und Muttersauen

Ohne Ferkelschutzkorb oder Kastenstand baut die Muttersau ein Nest, wenn sie Junge bekommt. Das weiche Stroh verhindert, dass kleine Ferkel versehentlich erdrückt werden. Bild links: © Holger Over

Die Ferkel für die Mast liefern spezielle Ferkelerzeuger. Sie halten Muttersauen, die mindestens zweimal im Jahr zwölf oder mehr Junge bekommen sollen. Damit sie ihre Ferkel nicht versehentlich erdrücken, sind sie während und nach der Geburt in kleinen Stallabteilungen eingesperrt, auch Kastenstand genannt. In den kleinen Käfigen können sich die Schweine nicht einmal umdrehen.

Ein Kreislauf des Leidens

Nach der Aufzucht der Ferkel werden die Muttersauen sofort wieder befruchtet. In den ersten Wochen der Trächtigkeit sind sie alleine in diesen kleinen Kastenständen eingesperrt. Das ist für Schweine, die normalerweise in Gruppen leben, besonders schrecklich.

Ein Ferkel bleibt in den ersten Wochen nach der Geburt bei seiner Mutter und trinkt Muttermilch. Männliche Ferkel werden in der ersten Woche kastriert. Dieser schmerzhafte Eingriff geschieht ohne Betäubung und ohne Schmerzmittel. Nach etwa drei Wochen werden die Ferkel viel zu früh von ihren Müttern getrennt und in einem sogenannten Aufzuchtstall mit anderen Ferkeln gehalten. In natürlicher Umgebung werden Ferkel bis etwa zwölf Wochen von der Muttersau gesäugt. In industrieller Haltung werden die Ferkel im Alter von zehn bis zwölf Wochen, mit etwa 30 kg, an einen Mastbetrieb verkauft.

Folgen der Intensivtierhaltung

Bis zu ihrer Schlachtung vegetieren die Tiere in dieser Enge dahin. Dabei sind Schweine hochintelligent und ihnen wird im wahrsten Sinne des Wortes stinklangweilig. Das einzige, was sich bewegt, sind die Schwänzchen und die Ohren der anderen Schweine, an denen sie dann herumbeißen – sogar bis sie bluten. Dieses Verhalten hat aber nichts mit Aggressivität oder Bösartigkeit zu tun. Es zeigt, dass es den Tieren sehr schlecht geht.

Um das zu verhindern, werden den Schweinen schon im Ferkelalter die Schwänze gekürzt (kupiert) und die Zähne abgeschliffen – obwohl das seit Langem in Europa verboten ist. Die unnatürliche Haltung und Fütterung macht die Schweine krank. Viele haben Magengeschwüre, Verletzungen und schmerzhafte Schäden an den Beinen. Mit etwa sechs Monaten, wenn die Schweine ungefähr 120 kg wiegen, werden sie geschlachtet. Dabei kann ein Schwein ungefähr 15 Jahre alt werden.

Beende das Leiden der Schweine!

Eine Muttersau ist in einem Kastenstand eingesperrt. Das Ferkel hat einen gekürzten Schwanz. © Jo-Anne McArthur/Essere Animali

Mit der Kampagne #EndPigPain möchten wir zusammen mit vielen Tierschutz-Organisationen in ganz Europa auf das tägliche Leiden der Schweine aufmerksam machen.

Wir fordern,

  • dass die Schwänze und Zähne von Ferkeln bleiben, wie sie sind – statt sie unter Stress und Schmerzen zu kürzen,
  • dass die Ferkelkastration ohne Betäubung beendet wird,
  • dass Sauen sich frei bewegen können, statt in Kastenständen eingesperrt zu werden.

Unterstütze uns mit deiner Stimme!

Tiertransporte

Jo-Anne McArthur

Viele Schweine, Hühner, Puten oder Rinder werden gleich mehrmals in ihrem Leben und oft viel zu lange transportiert. Nicht nur in Deutschland, über ganz Europa ziehen sich die Transportstrecken. Tiere werden zum Beispiel in Dänemark geboren, in Deutschland gemästet und dann nach Italien transportiert, um sie dort zu schlachten.

Diese Transporte sind für die Tiere pure Quälerei: Weil es keine zeitliche Begrenzung für Tiertransporte gibt, sind sie tagelang, oft sogar wochenlang unterwegs. In den Transportern ist es eng, stickig und oft leiden die Tiere unter Kälte, Hitze, Durst und Hunger. Im Gedränge verletzen sie sich und sind panisch und gestresst.

Stoppt Tiertransporte!