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Schweine

Kluge Spürnasen

Schweine sind sehr kluge Tiere. Mit ihrer feinen Nase können sie besser riechen als ein Hund und sogar  Trüffel aufspüren. Ihr Rüssel dient nicht nur zum Erschnüffeln von Nahrung, sondern wird ähnlich wie unsere Hand zum Tasten eingesetzt. Das Wühlen mit dem Rüssel und ausgiebige Schlammbäder gehören zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Auch wenn Schweine gerne im Schlamm baden, sind sie sehr saubere Tiere. Sie trennen ihren Schlaf- und Kot-Platz voneinander. Mit dem Schlamm sehen sie zwar dreckig aus, aber so halten sie ihre Haut von Ungeziefer frei. Außerdem ist der Schlamm zeitgleich Abkühlung und Sonnenschutz, denn Schweine können nicht schwitzen.

Landwirtschaft

Nach Herzenslust im Boden wühlen ist in der Intensivtierhaltung nicht möglich

In den riesigen Anlagen, in denen Schweine gehalten werden, können sie ihr natürliches Verhalten wie Wühlen oder Suhlen nicht ausleben. Es gibt Schweinefabriken mit Zehntausenden Tieren. Dort leben sie ohne Auslauf, Tageslicht und in sehr kleinen Bereichen, in denen die Tiere sich kaum bewegen können.

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Anstatt im Freien im Boden zu wühlen und Grünfutter zu fressen, bekommen sie  fertiges proteinreiches Futter, das sie in kurzer Zeit auffressen. Die Tiere sollen möglichst schnell zunehmen, damit sie geschlachtet werden können. Die Schweine dürfen auch nicht im Stroh wühlen. Der Boden der Buchten besteht meistens aus Betonspalten. Durch die Schlitze fällt der Kot direkt in die Güllegrube. So spart sich der Landwirt das Ausmisten.

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Folgen der Intensivtierhaltung

Bis zu ihrer Schlachtung vegetieren die Tiere in dieser Enge dahin. Dabei sind Schweine hochintelligent und ihnen wird im wahrsten Sinne des Wortes stinklangweilig. Das einzige, was sich bewegt, sind die Schwänzchen und die Ohren der anderen Schweine, an denen sie dann herumbeißen – sogar bis sie bluten. Dieses Verhalten hat aber nichts mit Aggressivität oder Bösartigkeit zu tun. Es zeigt, dass es den Tieren sehr schlecht geht.

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Um das zu verhindern, werden den Schweinen schon im Ferkelalter die Schwänze gekürzt (kupiert) die Zähne abgeschliffen – obwohl das seit Langem in Europa verboten ist. Die unnatürliche Haltung und Fütterung macht die Schweine krank. Viele haben Magengeschwüre, Verletzungen und schmerzhafte Schäden an den Beinen. Mit etwa sechs Monaten, wenn die Schweine ungefähr 120 kg wiegen, werden sie geschlachtet. Dabei kann ein Schwein ungefähr 15 Jahre alt werden.

Ferkel und Muttersauen

Muttersau und Ferkel in einem Kastenstand. © Holger Over

Die Ferkel für die Mast liefern spezielle Ferkelerzeuger. Sie halten Muttersauen, die mindestens zweimal im Jahr zwölf oder mehr Junge bekommen sollen. Damit sie ihre Ferkel nicht versehentlich erdrücken, sind sie während und nach der Geburt in kleinen Stallabteilungen eingesperrt, auch Kastenstand genannt. In den kleinen Käfigen können sich die Schweine nicht einmal umdrehen.

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Nach der Aufzucht der Ferkel werden die Muttersauen sofort wieder befruchtet. In den ersten Wochen der Trächtigkeit sind sie alleine in diesen kleinen Kastenständen eingesperrt. Das ist für Schweine, die normalerweise in Gruppen leben, besonders schrecklich.

Ein Ferkel bleibt in den ersten Wochen nach der Geburt bei seiner Mutter und trinkt Muttermilch. Männliche Ferkel werden in der ersten Woche kastriert. Dieser schmerzhafte Eingriff geschieht ohne Betäubung und ohne Schmerzmittel. Nach etwa drei Wochen werden die Ferkel viel zu früh von ihren Müttern getrennt und in einem sogenannten Aufzuchtstall mit anderen Ferkeln gehalten. In natürlicher Umgebung werden Ferkel bis etwa zwölf Wochen von der Muttersau gesäugt. In industrieller Haltung werden die Ferkel im Alter von zehn bis zwölf Wochen, mit etwa 30 kg, an einen Mastbetrieb verkauft.

Beende das Leiden der Schweine!

Eine Muttersau ist in einem Kastenstand eingesperrt. Das Ferkel hat einen gekürzten Schwanz. © Jo-Anne McArthur/Essere Animali

Mit der Kampagne #EndPigPain möchten wir zusammen mit vielen Tierschutz-Organisationen in ganz Europa auf das tägliche Leiden der Schweine aufmerksam machen.

Wir fordern,

  • dass die Schwänze und Zähne von Ferkeln bleiben, wie sie sind – statt sie unter Stress und Schmerzen zu kürzen,
  • dass die Ferkelkastration ohne Betäubung beendet wird,
  • dass Sauen sich frei bewegen können, statt in Kastenständen eingesperrt zu werden.

Unterstütze uns mit deiner Stimme!

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Schweinehaltung

Tiertransporte

Viele Schweine, Hühner, Puten oder Rinder werden gleich mehrmals in ihrem Leben und oft viel zu lange transportiert. Nicht nur in Deutschland, über ganz Europa ziehen sich die Transportstrecken. Tiere werden zum Beispiel in Dänemark geboren, in Deutschland gemästet und dann nach Italien transportiert, um sie dort zu schlachten.

© Jens Wolters
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Diese Transporte sind für die Tiere pure Quälerei: Weil es keine zeitliche Begrenzung für Tiertransporte gibt, sind sie tagelang, oft sogar wochenlang unterwegs. In den Transportern ist es eng, stickig und oft leiden die Tiere unter Kälte, Hitze, Durst und Hunger. Im Gedränge verletzen sie sich und sind panisch und gestresst.

Wir fordern eine Transportdauer von höchstens acht Stunden bei internationalen Transporten und von höchstens vier Stunden bei Transporten innerhalb eines Landes.