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Welpenhandel

Augen auf!

Wenn die Entscheidung gefallen ist, einen Hund als neues Familienmitglied aufzunehmen, wünschen sich viele einen süßen Welpen. Mit großen Augen und tapsigem Gang erobern die Jungtiere das Herz der neuen Besitzer im Sturm.

Welpen-Mafia

Doch leider sind unter den Hundezüchtern auch viele, die dies ausnutzen und mit den Tieren skrupellose Geschäfte machen. Allzu groß ist die Versuchung der Welpen-Mafia, schnelles Geld zu machen. Unter anderem die Slowakei, Tschechien, Polen, Rumänien, aber auch Belgien und die Niederlande gehören zu den Ländern mit kommerziellen Hundezuchten. In Hinterhöfen werden Massenzuchtanlagen betrieben.

© Tierheim Nürnberg
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Die Welpen werden viel zu früh von ihren Müttern getrennt und ohne Impfungen nach Deutschland oder in andere Länder transportiert, um dort oft zu Schnäppchenpreisen verkauft zu werden. Das Immunsystem der jungen Hunde ist sehr schwach, oftmals werden sie krank oder sterben sogar kurz nach der Trennung von ihrer Mutter im neuen Zuhause. Einige behalten dauerhafte Schäden zurück. Der Transport schwächt die jungen Hunde zusätzlich.

Mehr Hintergrundinfos gibt es in unserem Magazin DU UND DAS TIER

Helfen

Verteile Flyer oder halte ein Referat in der Schule, denn oft sind die Käufer der Welpen ahnungslos und freuen sich ggf. über einen Schnäppchenkauf. Die Flyer kannst du kostenlos bei uns bestellen: Schreibe uns, dass du Flyer zum Thema Welpenhandel bestellen möchtest und vergiss nicht deine Anschrift. Auch bei Fragen für das Referat helfen wir Dir weiter.

Das Leid der Elterntiere

Die Mutterhündinnen fristen ein Leben hinter Gittern. © Berner Sennenhunde in Not e.V.

Das grausame Geschäft mit den Welpen führt auch zu erheblichem Leid bei den Elterntieren. Die Mutterhündinnen werden oft über Jahre hinweg als „Gebärmaschinen“ missbraucht und leiden unter der enormen körperlichen Belastung und unter Krankheiten, die durch die schlechte Haltung und fehlende Pflege entstehen. Die Rüden leben jahrelang in Einzelhaltung, werden mit Hormonen vollgepumpt und mit Gewalt wie Tritten oder Stromschlägen zum Decken gezwungen. Die Hunde vegetieren in kleinen Zwingern vor sich hin – ohne Tageslicht, ohne Kontakt zu anderen Tieren, ohne Umwelteindrücke, ohne menschliche Zuneigung und ohne je eine Pfote auf eine Wiese oder einen Waldboden gesetzt zu haben.

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Bringen sie nicht mehr die gewünschte Leistung, werden die Tiere meist einfach entsorgt oder getötet. Schaffen es Tierschutzvereine, die Hunde aus diesen Stationen zu retten, leben sie meistens nicht mehr länger als zwei bis drei Jahre, weil die Folgen dieser Haltung sie körperlich so ausgelaugt haben. Viele Hunde sind so traumatisiert, dass sie Menschen nie wieder vertrauen. Es gibt auch Tiere, die sich mit viel Liebe und Geduld Schritt für Schritt wieder Menschen öffnen können. Das dauert aber oft Jahre. Trotzdem haben all diese Hunde ohne Zweifel eine zweite Chance verdient.

Tipps für den Tierkauf

Diese beschlagnahmten Hundewelpen werden im Tierheim wieder aufgepäppelt. © Tierheim Feucht

Hinter dubiosen Angeboten von Welpen im Internet oder in Kleinanzeigen verbirgt sich oft Tierleid. Seriöse Welpen-Aufzucht kostet Zeit und Geld, z.B. für Futter und Tierarzt (Impfungen, Entwurmungen). Gerade Billigangebote sind daher meistens unseriös und gehen auf Kosten der Tiere. Seriöse Züchter geben den Käufern Impfausweise mit und lassen ihre Welpen von Tierärzten in ihrer Umgebung untersuchen und impfen. Aber Vorsicht: Skrupellose Welpenhändler fälschen häufig die Impfdaten.

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Bieten Verkäufer einen Bringservice oder Treffpunkte auf Parkplätzen an, kannst du als Käufer die Muttertiere und die Aufzuchtbedingungen nicht sehen. Seriöse Züchter zeigen gerne die Welpen, ihre Mutter und die Haltung. Ein seriöser Züchter züchtet außerdem nur ein oder zwei Rassen und betreut nur wenige Jungtiere gleichzeitig, um alle Tiere gleich gut versorgen zu können. Alle Tiere leben dort in ihrer Familie und du kannst den Hund mehrmals besuchen, bevor du ihn mitnimmst. Das ist wichtig, damit der Welpe dich kennen lernt. Außerdem bieten seriöse Verkäufer dir auch nach dem Verkauf Hilfestellungen.

Immer wieder landen beschlagnahmte Welpen aus illegalen Transporten im Tierheim und werden dort liebevoll versorgt und wieder aufgepäppelt. Deshalb überleg dir gut: Muss es ein Tier von einem Züchter und eine bestimmte Rasse sein? Schau lieber im Tierheim und lass dich beraten, welches Tier zu dir passt. Dort warten viele Tiere auf eine zweite Chance und ein neues liebevolles Zuhause.

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