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Tierschutz in der Ukraine

Aktuelles

Es ist derzeit nicht einfach gesicherte Informationen über die Kriegsregion von unabhängiger Stelle zu erhalten, auch die weitere Entwicklung ist nicht abzuschätzen.

Stand 10.6.2022

  • Aktuelle Updates  mit Schwerpunkten unserer Hilfe
  • Arbeit im Tierschutzzentrum Odessa eingeschränkt, Schwerpunkt sind zurückgelassene und frei lebende Hunde und Katzen
  • Hilfe für polnische Tierheime, damit diese weiterhin Tiere aus der Ukraine aufnehmen können: Quarantäneboxen für das Tierheim Orzechnowacach sowie Koordinierung der Übernahme polnischer Tiere durch die uns angeschlossenen Vereine. Zur Pressemeldung
  • Transport der Tiere aus Odessa nach einer Quarantänezeit nach Deutschland
  • mehrsprachige Informationen für Ukrainier*innen mit Haustieren
  • Der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) übernimmt die Arbeit im Basislager. Das Grenzcamp bietet seit Anfang März eine erste Anlaufstelle für Geflüchtete mit Tieren. Bis zum 28.03.2022  konnten weit über 2.000 Tiere versorgt werden.
  • Arbeit in Grenznähe für Geflüchtete mit ihren Tieren: Hunde, Katzen, und Kleintiere werden versorgt. Größter Bedarf neben Futter und Wärme (!) sind Transportkörbe und Maulkörbe für die Weiterreise
  • Kragenbärin Malvina aus der Ukraine / der Nähe von Kiew gerettet (16.3.)
  • Evakuierung aller Tiere aus dem Tierschutzzentrum Odessa (16.3.)
  • Die Tierretter sind im Einsatz, um Tiere aus der Ukraine in Sicherheit zu bringen, zu versorgen und in polnischen und rumänischen Tierheimen unterzubringen.
  • Im Tierschutzzentrum Odessa wurden direkt nach Kriegsausbruch viele Tiere von Tierpflegern mitgenommen und zu Hause betreut. Die Tiere sind inzwischen evakuiert, Mitarbeiter sind auf eigenen Wunsch und aufgrund des Ausreiseverbotes für Männer weiterhin vor Ort.

Tierschutz geht weiter

Solange es die Lage zulässt, versorgt das Tierschutzzentrum Odessa frei lebende Straßenkatzen und Hunde weiter an Futterstellen – gemeinsam mit lokalen Tierschützern. Neu hinzugekommen sind zurückgelassene oder ausgesetzte Tiere.

Zudem unterstützt das Tierschutzzentrum Bürger und lokale Tierschutzorganisationen dabei, Tiere an verschiedenen Futterstellen in Odessa zu versorgen. Auch erste Kastrationen von Straßenkatzen wurden seit Mai wieder durchgeführt. Andere medizinische Behandlungen sind derzeit jedoch noch nicht möglich. Durch die Lage des Zentrums direkt neben dem Flughafen, der bereits angegriffen wurde, ist die Situation zu unsicher. Im Fall von russischen Angriffen besteht die Gefahr, dass das Zentrum für Mitarbeiter nicht mehr erreichbar sein könnte. Aktuell werden deshalb keine Tiere stationär aufgenommen.

Tierevakuierung aus Odessa

Die alten, kranken oder verletzten Tiere, die in unserem Tierschutzzentrum in Odessa leben, wurden erfolgreich aus der Ukraine nach Rumänien mit einem Autotransporter evakuiert. Alle 44 Hunde und 15 Katzen sind wohlbehalten in Rumänien, bei unserem Mitgliedsverein „Tierhilfe Hoffnung“ angekommen. Hier können sich die Hunde und Katzen zunächst erholen von den Strapazen der langen Reise. Wir sind sehr dankbar für den Mut und die Entschlossenheit des gesamten Teams, das ist nicht selbstverständlich!

Ende April sind die Hunde und Katzen in Deutschland angekommen, nachdem sie bei der Tierhilfe Hoffnung in Rumänien die vorgeschriebene Tollwut-Quarantäne erfolgreich bestanden haben. Nach den Strapazen der letzten Wochen können sie nun in diversen Tierheimen, dem Tierschutzzentrum Weidefeld sowie dem Sonnenhof in Ruhe ankommen und sich akklimatisieren. Dann werden sie in ein passendes Zuhause vermittelt.

Wir sind unseren Mitarbeitern für Ihr Engagement sehr dankbar, es bleibt jedoch die Sorge um sie, die ihre ukrainische Heimat nicht verlassen möchten oder dürfen.

Bärin Malvina gerettet

© Deutscher Tierschutzbund e.V. / Kristina Steiner

Kragenbärin Malvina ist am 17. März sicher in unserem Tierschutzzentrum Weidefeld angekommen. Als der Krieg ausbrach, wurden mehrere Bären aus einer Auffangstation in der Nähe von Kiew evakuiert und übergangsweise in einem Bärenschutzzentrum in der Westukraine untergebracht, ihr dauerhaftes Zuhause findet sie nun in unserem Bärengehege im Norden. Der Hilfseinsatz und die Aufnahme der Bärin sind dank der Spenden möglich. Details zur Rettungsaktion findest du hier.

© Deutscher Tierschutzbund e.V. / Kristina Steiner

Auf der Flucht mit Haustier

Es gibt inzwischen verschiedene Hilfsprojekte, die in Deutschland geflüchteten Menschen mit Haustieren eine Unterkunft bieten:

Unter „Honest Dog“ finden sich Unterkunftsangebote von ehrenamtlichen Gastgebern für Geflüchtete mit Haustieren. Die Seite ist mehrsprachig.

Vom Bundesinnenministerium eine mehrsprachige Website mit Basisinformationen für Geflüchtete: „Germany4ukraine.de“.

Mehrsprachige Seite „Warmes Bett“: Anbieten und suchen von Unterkünften/ Übernachtungsmöglichkeiten.

Auch die Seite „Unterkunft #Ukraine“ ist mehrsprachig und vermittelt Gastgeber mit Geflüchteten.

© Bundesverband GDT e.V.

Politische Arbeit

Hilfe an der Grenze ©Deutscher Tierschutzbund e.V.

Der Krieg in der Ukraine sorgt für eine humanitäre Katastrophe, wie sie Europa seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr erlebt hat. Zugleich rollt eine nicht-humanitäre Katastrophe auf uns zu, die die deutschen Tierheime überfordern wird, wenn der Staat nicht handelt: Immer mehr Flüchtlinge kommen mit ihren Tieren nach Deutschland, die Flüchtlingsunterkünfte verbieten aber Tierhaltung.

Tierschutzpolitische Arbeit im Ukrainekrieg ist nicht die große Politik und diplomatische Verhandlungen zum Kriegsende, sondern die Gestaltung der Fluchtlage für eine sofortige Hilfe. Wir fordern verbesserte Rahmenbedingungen für die Flucht mit Tieren, Erleichterung bei der Tollwut-Quarantäne, keine Trennung von Mensch & Tier in den Notunterkünften und dass Helfer*innen wie Tierheime und Tierarztpraxen nicht auf den Kosten sitzen bleiben!

Details zu unseren Forderungen als PDF sowie Hilfestellungen für Personen, die mit Haustieren die ukrainische Grenze in die EU überschreiten wollen, finden sich auf der Hautseite des Deutschen Tierschutzbundes.

© Bundesverband GDT e.V.

Das Tierschutzzentrum

Eine Mitarbeiterin versorgt die Katzen im Tierschutzzentrum Odessa ©Deutscher Tierschutzbund e.V.

Seit vielen Jahren engagieren wir uns in der Ukraine und haben in Odessa ein großes Tierschutzzentrum aufgebaut. Wir haben es geschafft die Tötungsstation abzuschaffen, wir haben die große Straßenhund-Population von etwa 80.000 Hunden auf wenige Tausend reduziert durch konsequentes Management. Wir setzen dabei auf die Strategie Fangen-Kastrieren-Freilassen, schwer verletzte Tiere verbleiben im Tierschutzzentrum. Inzwischen sind vor allem die zahlreichen Katzen in den Fokus gerückt und wir haben zum einen hier unser Engagement verstärkt als auch im Umland das erfolgreiche Tierschutzprojekt beworben.

Weitere Informationen zu unserem Projekt findest du beim Deutschen Tierschutzbund.

Hundehaus in Odessa (c) Muench