Das Image vom bösen Wolf klebt noch immer an den Tieren, dabei sind Angriffe auf den Menschen sehr, sehr selten. Im Jahr 2000 sind in Sachsen erstmals nach über 150 Jahren wildlebende Wolfswelpen geboren worden. Seitdem haben sich auch in anderen Bundesländern mehrere Rudel angesiedelt. Die Rückkehr der Wölfe ist ein großer Erfolg für den Artenschutz, da siein ihrem Lebensraum wichtige Aufgaben erfüllen. Sie erbeuten als „Gesundheitspolizei“ des Waldes häufig auch kranke und schwache Tiere und halten somit den Bestand der Beutetiere gesund.
Auch wenn einige Medien und Politiker etwas anderes sagen – die Angst, dass es bald bei uns vor Wölfen nur so wimmeln wird, ist unbegründet. In jedem Revier lebt nur ein Wolfsfamilie bestehend aus Elterntieren, Welpen und Jungwölfen aus dem Vorjahr, die bei der Aufzucht mithelfen. Jedes Rudel herrscht über sein Revier und verjagt mögliche Eindringlinge. Jungwölfe wandern im Alter von ein bis zwei Jahren ab. Deshalb steigt die Zahl der Wölfe innerhalb eines Revieres nicht ins Unermessliche an. Auf rund 200 qkm leben deshalb immer nur bis zu 15 Wölfe einer einzigen Familie, oft sind es weniger.
Ende April 2018 gab es 73 Wolfsrudel, 30 Wolfspaare und 3 sesshafte Einzeltiere in Deutschland, Plätz wäre – zumindest theoretisch – für weitaus mehr. Es ist aber unwahrscheinlich, dass die Wölfe sämtliche Gebiete flächendeckend besiedeln werden.