Kuehe-Rinder-Weide-artgerecht-Header

Kühe

Milchkühe und Mastrinder

Grasen für ihr Leben gern

Als reine Pflanzenfresser grasen Kühe gerne stundenlang draußen auf saftigen Wiesen. Außerdem liegen sie etwa die gleiche Zeit auf weichem Untergrund und wiederkäuen den Grasbrei. Rinder leben naturgemäß zusammen in Herden. In diesen Gruppen besteht eine feste Rangordnung, jeder kennt seinen Platz und weiß, wer das Sagen hat. Zwischen Mutterkuh und Kälbchen gibt es eine sehr enge Bindung. Aber auch zwischen den anderen Kühen entstehen richtige Kuhfreundschaften.

Landwirtschaft

Früher wurden Rinder zur Milchgewinnung, zur Fleischerzeugung und auch als Arbeitstier gehalten. Die Tierzucht hat sich jedoch immer mehr spezialisiert, so dass es nun Rassen gibt, die entweder nur für die Produktion von Milch oder Fleisch gezüchtet werden. Mastrinder werden ausschließlich für Fleisch eingesetzt. Eine Milchkuh produziert viel Milch, setzt aber kaum Fleisch an. Die Mast dieser Tiere ist unwirtschaftlich – insbesondere die Mast ihrer männlichen Kälber, die keine Milch geben können.

Den meisten Kühen werden schon als Kälber die Hörner entfernt, damit sie sich nicht untereinander verletzen können – was im engen Stall leichter passiert als auf der Weide. Beim Enthornen wird die Hornanlage mit einer Art Lötkolben ausgebrannt, meistens ohne Betäubung und daher sehr schmerzhaft für das Kalb.

Mehr Infos bekommt ihr in unserer Broschüre „Rinder in der Landwirtschaft“

Mehr Infos zur Hochleistungszucht

Milchkühe

Milchkühe sind so gezüchtet, dass sie bis zu 50 Liter Milch pro Tag geben. Kühe geben nur Milch, wenn sie ein Kalb geboren haben. Damit der Mensch die Kuh melken und die Milch verkaufen kann, dürfen die Kälber nicht bei der Mutter bleiben. Sie werden direkt nach der Geburt von der Mutter getrennt und bekommen fast ausschließlich Milchersatz zu trinken. Unter der Trennung leiden Mutterkuh und Kälbchen. Die weiblichen Kälber werden als zukünftige Milchkühe aufgezogen, die männlichen nach kurzer Mast geschlachtet.

Kälber von Milchkühen werden direkt nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und isoliert. In artgerechter Haltung dürfen die Jungtiere bei der Mutterkuh bleiben.

Es gibt zwei weit verbreitete Haltungen: die Anbindehaltung und Laufstallhaltungen. Bei der Anbindehaltung stehen die Kühe entweder das ganze Jahr oder die überwiegende Zeit des Jahres angekettet im Stall. Sie können sich noch nicht einmal umdrehen. So leben in Bayern immer noch etwa 300.000 Kühe. In Laufställen können die Kühe frei herumlaufen, aber der Boden hat viele schmale Schlitze und Spalten (Spaltenboden). Weil Kot und Urin durch die Spalten fallen, muss nicht ausgemistet werden. Nur selten kommen Kühe auf die Weide, die meisten stehen das ganze Jahr im Stall.

mehr weniger
Lebenslang angebunden ohne die Möglichkeit, sich umdrehen oder putzen zu können - so leben Kühe in der Anbindehaltung.

Mastrinder

Kuh und Kalb gehören zusammen - die Realität sieht oft leider anders aus

Am besten für Rinder wäre es, wenn die Kühe mit ihren Kälbern und einem Bullen zusammen leben können. Das Kalb bleibt dann nach der Geburt bei der Kuh, darf Milch saugen und mit der Rinderherde ins Freie. Die Tiere sind im Sommer auf der Weide und im Winter in einem Laufstall.

Meistens werden die Kälber aber intensiv gemästet. Da sie so schnell wie möglich zunehmen und wachsen sollen, haben sie keinen Auslauf, sondern bleiben im Stall. Dort stehen sie wie die Milchkühe ohne Einstreu auf einem Spaltenboden. Seltener gibt es die sogenannte „extensive Mast“, eine Haltung auf Einstreu im Laufstall und eine verlängerte Mastdauer.

Folgen der Intensivtierhaltung

Tristes Leben auf Vollspaltenböden. © S. Gramann

Der harte Boden führt zu Hautabschürfungen und es kommt oft zu Verletzungen der Gelenke und Klauen. Da die Tiere beim Wiederkäuen über sechs Stunden täglich liegen, scheuern sie sich besonders oft die Beingelenke auf. Zudem atmen sie die beißenden Güllegase (Ammoniak) ein. Da die Schwanzspitze ständig auf dem Spaltenboden liegt und Nachbartiere darauftreten, ist sie häufig entzündet.

Mastrinder haben nur sehr wenig Platz, sie können sich gegenseitig nicht gut ausweichen und treten sich deshalb häufig. Durch die Enge und das fehlende Tageslicht können sie aggressiv werden und Rangkämpfe durchführen. Die Tiere leben zwar in Gruppen, aber das Platzangebot ist so klein, dass sie kaum alle gleichzeitig liegen können.

mehr weniger

Da die Milchkühe Hochleistung vollbringen müssen, um so viel Milch am Tag zu geben, leiden sie oft unter Eutererkrankungen, Stoffwechselstörungen, Klauenschäden und werden geschlachtet, wenn sie nicht mehr genug Milch geben – schon mit etwa vier Jahren. Dabei können sie eigentlich bis zu 20 Jahre alt werden. Damit sie bis zur Schlachtung so viel Milch produzieren beziehungsweise damit Mastrinder schnell zunehmen, brauchen die Tiere sehr viel Energie und müssen viel fressen. Gras allein reicht nicht aus, zusätzlich bekommen sie Kraftfutter wie Getreide oder Soja. Das bringt den komplizierten Magen und die Verdauung durcheinander und die Rinder können krank werden.

Jugendgruppe testet Milchalternativen

Warum werden die Kälber nach der Geburt so schnell von ihren Müttern getrennt? Warum werden Kälbern die Hörner ausgebrannt und wie passiert das? Warum sind Kühe im Stall, manche davon sogar angebunden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Jugendgruppe des Tierschutzvereins Pfungstadt.

mehr weniger

Mit neuem Wissen über Milchkuhhaltung überlegten die Jugendlichen, wie oft sie selbst Milch trinken und in welchen Produkten Milch enthalten ist. In einer großen Milchverkostung verglichen sie Kuhmilch und Joghurt mit Soja-, Reis- und Mandelmilch und Sojajoghurt.

Probiert doch auch mal pflanzliche Alternativen zur Kuhmilch aus und testet, was euch davon schmeckt! Wenn ihr in einer Jugendgruppe aktiv werden möchtet, findet ihr hier Adressen von Gruppen in eurer Nähe.

Tiertransporte

© Mark Rissi

Viele Schweine, Hühner, Puten oder Rinder werden gleich mehrmals in ihrem Leben und oft viel zu lange transportiert. Nicht nur in Deutschland, über ganz Europa ziehen sich die Transportstrecken. Tiere werden zum Beispiel in Dänemark geboren, in Deutschland gemästet und dann nach Italien transportiert, um sie dort zu schlachten.

mehr weniger

Diese Transporte sind für die Tiere pure Quälerei: Weil es keine zeitliche Begrenzung für Tiertransporte gibt, sind sie tagelang, oft sogar wochenlang unterwegs. In den Transportern ist es eng, stickig und oft leiden die Tiere unter Kälte, Hitze, Durst und Hunger. Im Gedränge verletzen sie sich und sind panisch und gestresst.

Wir fordern eine Transportdauer von höchstens acht Stunden bei internationalen Transporten und von höchstens vier Stunden bei Transporten innerhalb eines Landes.