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Hühner

Masthühner und Legehennen

So leben Hühner

Trotz der intensiven Zucht durch den Menschen zeigen  Hühner noch viele Verhaltensweisen ihrer Urform, dem Bankivahuhn. Sie scharren und picken gemeinsam  nach Samen oder Insekten in der Erde, pflegen mit Sandbädern ihr Gefieder und suchen sich zum Schlafen ein erhöhtes Plätzchen zum Schutz vor Raubtieren. Ihr sensibler Schnabel funktioniert ähnlich wie unsere Hand. Mit ihm tastet und fühlt das Huhn, ob es sich um einen  besonderen Leckerbissen wie einen Wurm oder ein Weizenkorn handelt.

Landwirtschaft

Eintagsküken

Ein Huhn bleibt ein Huhn, aber in der Landwirtschaft werden die Tiere nach unterschiedlicher Nutzung in Legehennen für die Eierproduktion und Masthühner für die Fleischproduktion unterteilt und entsprechend ihrer Nutzungsart spezialisiert gezüchtet. Diese Unterteilung bringt große Tierschutzprobleme mit sich.

Bei den Legehennen werden nur weibliche Tiere, die Hennen, benötigt. Die Hähne legen naturgemäß keine Eier, sie eignen sich jedoch auch nicht zur Mast wie die Fleischrassen. Durch eine einseitige Züchtung nehmen sie kaum an Gewicht und Muskelfleisch zu, daher sind sie für die Landwirtschaft nutzlos und werden als Eintagsküken getötet.

Mehr Infos bekommt ihr in unserer Broschüre „Hühner in der Landwirtschaft“.

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Es gibt Projekte, in denen Legehennen gehalten und auch die Brüder der Hennen für die Mast mit aufgezogen werden. Manche Initiativen setzen auch auf sogenannte Zweinutzungshühner. Diese Hühner eignen sich für sowohl für die Eier- als auch für die Fleischproduktion, sind robuster und gesünder, legen aber weniger Eier und wiegen weniger als die Tiere aus der Hochleistungszucht. Leider gibt es noch zu wenige dieser Projekte. Damit sie sich durchsetzen, muss der Käufer bereit sein, für mehr Tierschutz auch mehr zu bezahlen.

Mehr Infos zur Hochleistungszucht gibt es hier.

Legehennen

Legehennen sind so gezüchtet, dass sie etwa 300 Eier im Jahr legen, also fast jeden Tag eins. Nach etwa einem Jahr erreichen sie diese Leistung nicht mehr und werden deshalb geschlachtet. Ein gesundes Huhn könnte aber etwa zehn  Jahre alt werden. Es gibt verschiedene Haltungssysteme für Legehennen:

Freilandhaltung und Biohaltung
Diese beiden Haltungsformen kommen dem natürlichen Verhalten der Hühner am nächsten. Hier dürfen die Tiere draußen herumlaufen. Tageslicht und Wettereinflüsse stärken ihr Immunsystem, und machen sie so robuster gegen Krankheiten. Nachts oder bei schlechtem Wetter können sie sich in den Stall zurückziehen.

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Bei der Biohaltung haben die Tiere noch etwas mehr Platz im Stall, die Auslauffläche pro Tier ist  genauso groß wie in der Freilandhaltung. Im Biobereich sind außerdem bestimmte Futtermittel verboten und den Tieren dürfen die Schnäbel nicht kupiert werden.

Bodenhaltung
Die Bodenhaltung ist eine reine Stallhaltung. Die Hühner sehen nie das Tageslicht. Neun Tiere teilen sich einen Quadratmeter Boden. Eine Variante der Bodenhaltung ist die Haltung in der Voliere. Hier sind auf mehreren Etagen Sitzstangen, Tränk- und Futtereinrichtungen angebracht, so dass die Tiere frei zwischen den Ebenen wechseln und nahezu den gesamten Stallraum nutzen können. Durch die Etagen können noch  mehr Hühner im Stall gehalten werden. Die Bodenhaltung bedeutet durch die Enge viel Stress für die Hühner. Damit sie sich nicht gegenseitig bepicken, wird ihnen ein Teil des Schnabels abgeschnitten (kupiert). Für den Tastsinn der Hühner bedeutet das in etwa das Gleiche, als würde uns ein Teil unserer  Finger  fehlen. Auch Flattern oder Sandbaden sind im engen Stall kaum möglich.

Käfighaltung
Die Käfighaltung wird auch „Kleingruppenhaltung“ oder „Kleinvoliere“ genannt. Für das einzelne Tier ist nur etwas mehr Platz als eine DIN-A4-Seite vorhanden und normale Bewegungen sind nicht möglich. Das ist vergleichbar mit einem überfüllten Bus, in dem immer wieder gedrängelt wird. Der Platzmangel und der Gitterboden machen es den Hennen nahezu unmöglich ihre normalen Verhaltensweisen wie Picken und Scharren auszuleben.

Hühnerverhalten

Natürlicher Weise brütet eine Glucke die Küken aus und versorgt sie. In der Landwirtschaft werden die Küken in Brutmaschienen und ohne Elterntiere aufgezogen.
Vergleich der Tierhaltung zwischen Käfig und Freiland. Im Käfig bedrängt, im Freiland viel mehr Möglichkeiten.

Masthühner

Masthühner dicht gedrängt im Stall. © Farkas/afi

Während Legehennen zumindest teilweise eine Stalleinrichtung haben – wie Sitzstangen zum Ruhen, Nester zum Eierlegen oder Scharrflächen zur Beschäftigung – haben Masthühner diese Möglichkeiten nicht. Sie werden in großen Gruppen mit mehreren zehn- bis hunderttausend Tieren in großen Ställen gehalten. Sie haben weniger Platz als Legehennen. Grüne Wiesen kennen diese Tiere in der konventionellen Haltung  nicht. Unter hohen Besatzdichten im Stall leben sie dicht gedrängt. Während der gesamten Mastdauer von 32 bis 34 Tagen wird der Stall nicht ausgemistet und in der Regel auch nicht nachgestreut. Durch die Ausscheidungen der Hühner wird die Einstreu nass, hart und verklumpt und die Tiere stehen im Schmutz.

Folgen der Intensivtierhaltung

Die verschmutzte Einstreu verursacht schmerzhafte Entzündungen der Haut an den Füßen, der Brust und den Beinen der Hühner. Außerdem entstehen giftige Ammoniakgase, von dem die Tiere Atemprobleme bekommen. Masthühner werden extra so gezüchtet, dass sie viel zu schnell wachsen. Mit diesem Wachstum können ihr Herz, ihr Kreislauf und das Skelett nicht mithalten. Die Tiere sind anfällig für Herz-Kreislauferkrankungen und manchmal bleibt ihr Herz einfach stehen. Sie bekommen schmerzhafte Beinschäden, weil sie zu schnell wachsen. Die Tiere werden nur sechs Wochen alt und viele können zum Ende ihres kurzen Lebens kaum noch laufen. Sie liegen deshalb viel, um den Schmerzen zu entgehen.

Tiertransporte

© Jens Wolters

Viele Schweine, Hühner, Puten oder Rinder werden gleich mehrmals in ihrem Leben und oft viel zu lange transportiert. Nicht nur in Deutschland, über ganz Europa ziehen sich die Transportstrecken. Tiere werden zum Beispiel in Dänemark geboren, in Deutschland gemästet und dann nach Italien transportiert, um sie dort zu schlachten.

Diese Transporte sind für die Tiere pure Quälerei: Weil es keine zeitliche Begrenzung für Tiertransporte gibt, sind sie tagelang, oft sogar wochenlang unterwegs. In den Transportern ist es eng, stickig und oft leiden die Tiere unter Kälte, Hitze, Durst und Hunger. Im Gedränge verletzen sie sich und sind panisch und gestresst.

Wir fordern eine Transportdauer von höchstens acht Stunden bei internationalen Transporten und von höchstens vier Stunden bei Transporten innerhalb eines Landes.