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Mäusehaus selber bauen

Hilfe für Mäuse in Not

5.000 Mäuse warten in den Tierheimen auf deine Hilfe

Im Oktober wurde in Bayern der bisher größte Tiertransport gestoppt.  Die Polizei beschlagnahmte über 7.000 Tiere, darunter Mäuse, Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen und geschützte Exoten. Jetzt warten die Tiere in über 100 Tierheimen auf ein neues Zuhause. Viele von ihnen werden aber vielleicht ihr ganzes Leben im Tierheim bleiben. Dabei sind die Tierheime vor allem bei der artgerechten Unterbringung von mehr als 3.000 Mäusen auf Unterstützung angewiesen.

Wenn du den Vereinen helfen möchtest, die Mäuse artgerecht unterzubringen, haben wir einen Tipp für dich. Bau‘ dein eigenes Mäusehaus und schicke es an die Tierheime!

Welche Tierheime besonders viele Tiere aufgenommen haben und dringend Unterstützung benötigen, erfährst du bei uns. Sende uns dafür einfach eine kurze E-Mail an jugendtierschutz@tierschutzbund.de und wir senden dir gerne die Kontaktdaten zu.

© Tierschutzjugend Bremen

Das benötigst du

Du kannst dir aussuchen, ob du das Mäusehaus mit einer Holztreppe oder einer Treppe aus Ästen bauen möchtest. Und dieses Werkzeug und Material benötigst du:

Werkzeug/Grundmaterial:

  • Holz (ungiftig, z.B. Buche, Birke, Birne, Esche, Walnuss) 2 cm dick
  • Bohrer (evtl. mit Versenker, damit der Schraubenkopf ganz verschwinden kann)
  • Lochsäge (oder im Baumarkt aussägen lassen)
  • Schraubenzieher oder Akkuschrauber
  • Schleifpapier oder Schleifschwämme
  • Holzleim (spielzeugecht)

Material/Werkzeug nur für die Holztreppe:

  • 2 Spanplattenschrauben (3,5x35mm)
  • Reststücke Holz oder Leiste für Holzrampe
  • Hölzchen als Treppenstiege

Material/Werkzeug nur für die Asttreppe:

  • Astschere und Drahtzange
  • 4 Spanplattenschrauben (3,5x40mm)
  • Äste (am besten von Obstbäumen)
  • Draht ohne Beschichtung

1. Sägen

© Tierschutzjugend Bremen

In den meisten Baumärkten kannst du dein Holz zuschneiden lassen. Falls das nicht geht, bitte einen Erwachsenen, dir dabei zu helfen. Da es dickeres Holz ist, geht das am besten mit einer Kreissäge.

Folgende Maße haben wir zugesägt (die Maße gibst du einfach im Baumarkt beim Zuschneide-Service an. Wenn du zu Hause sägen lassen möchtest, musst du sie vorher aufzeichnen):

Dach: 22 x 14 cm
2x lange Seitenwand: 20 x 10 cm
2x kurze Seitenwand: 10 x 10 cm
Treppe: 20 x 7,5 cm (mit Reststücken, je nach Tierart schmaler oder breiter)

Du kannst dein Haus natürlich auch etwas kleiner oder größer bauen. Mäuse und Co. verstecken sich gern in Nestern und Höhlen, die nicht zu groß oder hell sind. Nun brauchst du nur noch in eine Wand deiner Wahl das Eingangsloch mit mindestens 4 cm Durchmesser  sägen. Am besten lässt du dir dabei wieder von einem Erwachsenen helfen. Du kannst auch in zwei Wände Löcher sägen, dann können die Tiere von mehreren Seiten rein und raus. Das ist auch praktisch, falls es mal Streit gibt. Denn dann haben die zankenden Mäuschen einen Fluchtweg, wenn ein Eingang versperrt ist.

Achtung: Je nach Dicke des Sägeblattes werden die Zuschnitte ein wenig kleiner als die angezeichneten Maße, nicht wundern! Unser Haus ist durch das Sägen etwa einen Zentimeter geschrumpft.

2. Schleifen

Nachdem das Holz in passende Stücke gesägt ist, müssen alle Kanten glatt geschliffen werden, besonders an den Kanten, wo gesägt wurde (Achtung, Splitter!) und das Eingangsloch. Du kannst mit dem Finger die Kanten entlangfahren, um zu prüfen, ob es glatt genug ist. Fühlt sich alles schön geschmeidig an?

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3. Leimen

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Nun leimst du alle vier Seitenwände zusammen und fixierst alles mit einer Schraubzwinge. Du kannst es so über Nacht stehen lassen. Mit Expressleim reicht auch eine halbe Stunde. Als nächstes leimst du das Dach fest (mit genügend Schraubzwingen kannst du auch alles gleichzeitig verleimen).

Achte bei dem Dach darauf, dass es an einer Seite etwas übersteht, damit du dort später die Treppe befestigen kannst (durch das Sägen sind unsere Seitenwände kleiner geworden und das Dach steht etwa 1 cm über). Wenn du ein sehr schmales Sägeblatt hast, säge das Dach einfach etwas länger aus.

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4. Bohren und Schrauben

© Tierschutzjugend Bremen

Wenn du möchtest, kannst du das Dach noch zusätzlich mit Schrauben an den Seiten befestigen. Dazu bohrst du 4 kleine Löcher vor, in die du anschließend Schrauben drehen kannst. Dies ist aber nicht unbedingt erforderlich, wenn dein Haus auch mit lösungsmittelfreiem Holzleim gut hält.

Für die Holztreppe mit Stiegen brauchst du Pflanzenstützen (die sehen aus wie große, hölzerne Zahnstocher) und die Astschere:

Schneide etwa 10 Stücke in der Breite der Treppe zu, schleife die Enden glatt und leime sie in gleichen Abständen auf die Treppe (jeweils etwa 2 cm Abstand). Am besten legst du erst einmal alle Stücke zur Probe auf die Treppe, bevor du sie festklebst. Die Holztreppe wird nach dem Trocknen am Haus festgeschraubt. Klemme sie hierfür unter das überstehende Ende des Daches und bohre von oben durch das Dach zwei Löcher in die Treppe hinein. Der Abstand sollte etwas kleiner sein, als die Treppe breit ist. Das macht man am besten zu zweit oder zu dritt. Jemand hält fest und jemand bohrt. Anschließend drehst du die zwei kurzen Schrauben  in das Holz (kontrolliere, ob am Ende auch wirklich nirgends Schraubenspitzen herausragen!) – fertig ist dein Haus!

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Treppe aus Ästen

Für die Treppe aus Ästen brauchst du einige gleich lange Ast-Stücke. Nimm dafür ungiftige, heimische Hölzer. Geeignet sind z. B. Haselnuss, Buche oder Äste von Obstbäumen wie dem Apfelbaum. Je nachdem wie dick die Äste sind, brauchst du mehr oder weniger Stücke (wir haben etwa 20 Stück gebraucht). Die Äste kannst du jetzt mit einer Astsäge zuschneiden.

Jedes Stück muss an beiden Enden durchbohrt werden. Jetzt ziehst du den Draht durch die Löcher. Lass an einer Seite etwa zehn Zentimeter Draht überstehen, um die Treppe am Dach festzumachen. Am unteren Treppenabsatz kannst du die Enden des Drahtes zwischen den Ästen verschwinden lassen (evtl. hierfür ein zusätzliches Loch bohren). Am Dach solltest du die Enden des Drahtes umbiegen.  Nun noch die Enden der Äste abschleifen und Splitter beseitigen, dann kannst du die Treppe schon am Dach befestigen. Führe den Draht durch die Löcher im Dach und biege unbedingt die Enden um, damit keine Spitzen abstehen, an denen sich die Mäuse wehtun können.

Links mit Treppe aus Ästen, rechts mit Holztreppe. © Tierschutzjugend Bremen

Mäuse-Iglu bauen

© Tierschutzjugend Bremen

Ganz einfach und ohne viel Material herzustellen und außerdem sehr beliebt bei Mäusen sind Klopapier-Iglus.

Für das Mäuse-Iglu benötigst du:

  • Klopapier
  • Wasser
  • Luftballon
  • Schere

Puste einen Luftballon in passender Größe auf (für Mäuse haben wir etwa 17 Zentimeter Durchmesser gewählt). Dann nimmst du das Klopapier und machst es nass, um es auf den Luftballon zu legen. Am besten fängst du an, indem du immer drei Stücke Klopapier übereinander gefaltet nass machst und auf dem Ballon platzierst. Achte darauf, dass das Klopapier immer etwas überlappt.

Wenn du mit der ersten Schicht fertig bist, kannst du einzelne Blättchen Klopapier, ohne sie vorher nass zu machen, auf die noch nasse erste Schicht legen. Die dünnen Blätter nehmen dann die Feuchtigkeit von der ersten, dickeren Schicht auf und sollten halten. Das wiederholst du mit einzelnen Blättchen noch zwei bis drei weitere Male, hier nimmst du Wasser nach Bedarf.

Zum Schluss lässt du alles etwa 3 Tage trocknen (über der Heizung oder in der Sonne auf der Fensterbank geht es auch schneller). Wenn alles gut durchgetrocknet ist und die Klopapierschicht sich hart anfühlt, kannst du an einer Seite einen Boden mit Eingang schneiden (mindestens 3 cm Durchmesser) und den Luftballon entfernen. Fertig ist dein Mäuse-Iglu!

Tipp: Die Klopapierrolle kannst du toll als Leckerlie-Versteck verwenden, in dem du mit Klopapier oder Heu Leckerlies umwickelst und sie in die Rolle steckst.

© Tierschutzjugend Bremen