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Tierversuche an Schulen sind in Deutschland verboten. Anders sieht es aus, wenn ihr nach eurem Abitur Biologie, Medizin oder Tiermedizin studieren wollt. Es kann passieren, dass ihr an eine Universität kommt, an der ihr an Tieren arbeiten müsst. In praktischen Kursen wie dem Physiologie-Praktikum können die Professoren euch dazu anhalten, dass ihr Tiere tötet und deren Organe für Versuche verwendet.
Das Deutsche Tierschutzgesetz regelt, dass für die Ausbildung Eingriffe an Tieren gestattet sind, auch wenn sie nicht direkt der Forschung dienen. Vielmehr sind Untersuchungen erlaubt, die den Studierenden den momentanen Stand der Wissenschaft vermitteln. Dazu gehört beispielsweise die Anordnung der inneren Organe bei Mäusen oder Fröschen. Dabei liegt es im Ermessen des Professors, ob Tierversuche durchgeführt werden - oder alternative Lehrmethoden zum Einsatz kommen. Besorgniserregend ist der hohe und steigende Verbrauch: 2009 wurden 57.284 Tiere, 5.394 mehr als 2008, für die Vermittlung von Wissen an Hochschulen verwendet - das belegen die aktuellen Zahlen vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
An vielen Hochschulen ist es Pflicht, an diesen Tierversuchen teilzunehmen. Weigert sich der Student oder die Studentin, auch aus ethischen Gründen, kann es sein, dass kein Leistungsnachweis für diesen Kurs ausgestellt wird und der/die Student/in sein Studium nicht abschließen kann. |
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Lernen ohne Einsatz von TierenStudentenproteste haben inzwischen dazu geführt, dass in den Universitäten alternative Lehrmethoden angeboten werden, insbesondere im Bereich der (Tier-)Medizin. Seit den 1990er Jahren haben wir viele Alternativen zu Tierversuchen in der Lehre zusammengetragen und veröffentlicht. Beispiele hierfür sind Modelle mit Innenansichten der Organe, Videofilme, schmerzfreie Selbstversuche, interaktive Computersimulationen oder - für das Erlernen chirurgischer Eingriffe - natürlich Untersuchungen an gestorbenen Tiere. Es ist belegt, dass mit diesen Lehrmethoden die Studieninhalte für die Tier- und Humanmedizin sowie die Biologie ebenso gut vermittelt werden können wie mit Hilfe von Tierversuchen.
Wenn ihr mehr dazu erfahren möchtet, schickt uns eine E-Mail oder wendet euch an InterNICHE, The International Network for Humane Education (Internationales Netzwerk für Humane Erziehung), eine Organisation, die sich für die Einführung tierverbrauchsfreier Lehrmethoden in der universitären Ausbildung einsetzt.
Zudem gibt es von SATIS (Studentische Arbeitsgruppe gegen Tiermissbrauch im Studium) eine Übersicht von Universitäten, die für das Studium der Human- und Veterinärmedizin oder der Biologie Alternativen zum verpflichtenden studentischen Tierversuch anbieten. Eine Umfrage von SATIS von 2010 zeigt, an welchen Unis Tiere oder Teile von Tieren eingesetzt werden.
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