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Tiere und Menschen
Die RatteTiere zu Hause
Ratten sind sehr anpassungsfähige Tiere und begleiten uns Menschen schon seit jeher. Im „chinesischen Horoskop“ hat die Ratte, Dank ihrer Intelligenz, sogar den ersten Platz belegt.

Ungewöhnliche Mitbewohner



Neugierig erkunden Ratten ihre Umgebung. Bei Klick vergrößern.

Als Haustier für Kinder sind Ratten weniger geeignet, da sie erst abends munter werden, andere Ratten zur Gesellschaft brauchen sowie sehr neugierig und bewegungsfreudig sind. 
 
Soll eine Ratte euer neuer Hausgenosse werden, dann nehmt mindestens zwei Tiere auf, die sich bereits aneinander gewöhnen konnten und sich gut vertragen. Damit sich eure Ratten nicht vermehren, achtet darauf, dass ihr nur gleichgeschlechtliche Tiere oder Weibchen mit kastrierten Männchen zusammensetzt. Da viele Halter ihre Tiere nicht kastrieren lassen, warten in Tierheim viele auf ein neues Zuhause.

Eine labyrinthische „Ratten-Wohnung“



Beispiel für eine Wohnung nach Rattenart. © Tierheim München. Bei Klick vergrößern.

Um den agilen Tieren das Spielen, Klettern und Nagen zu ermöglichen, muss der Käfig groß genug sein. Im Handel gibt es meist keine passenden Rattenkäfige. Vogelvolieren aus dem Handel lassen sich jedoch passend umbauen. Je größer die Unterbringung, desto besser, weil die Ratten so ihren ausgeprägten Bewegungsdrang ausleben können.
 
Wichtig ist, dass die Gitterstäbe quer verlaufen, weil die Tiere daran hochklettern wollen. Damit keine Ratte ausbüchsen kann, sollte der Abstand der Gitterstäbe höchstens ein- bis eineinhalb Zentimeter betragen. Als Schlafhaus könnt ihr ein Meerschweinchenhaus aus Plastik anbieten - Holz würden sie anknabbern. Ratten mögen auch dunkle Röhren aus dem Baumarkt, die etwa sieben bis zwölf Zentimeter Durchmesser haben sollten. Diese dienen zugleich als beliebte Verstecke.
 


Unbehandeltes Holz und staubfreie Einstreu sind für die Gesundheit der Ratten wichtig. © Tierheim München. Bei Klick vergrößern.

Wenn ihr zusätzlich zur Grundausstattung wie Nippeltränke und Futterschale mehrere Ebenen einrichtet und als Baustoff unbehandeltes Holz oder Äste verwendet, dann schafft ihr ein kleines Ratten-Paradies. Unbehandeltes und unlackiertes Holz zu verwenden ist deshalb wichtig, weil die Tiere alles annagen und mit den Holzspänen giftige Lacksplitter oder ähnliches verschlucken.
 
Baut ihr mehrere Etagen ein, ist es wichtig, dass sich eure Ratten auch auf der obersten Etage noch aufrichten können. Eine große Schale mit Vogelsand lädt die Tiere zum Buddeln und Graben ein. Mit so einem großzügigen Käfig könnt ihr eure Tiere rundherum artgerecht halten. Laufräder aus Draht sind für Ratten ungeeignet. Sie könnten mit ihrem langen Schwanz hängen bleiben und sich verletzen.   

Standort für das Rattenparadies


Als Unterlage eignet sich Heimtierstreu hervorragend. Sägemehl, Torf oder Hobelspäne aus der Schreinerei dürft ihr nicht verwenden. Der darin enthaltene Staub ist für die Ratte schädlich. Die komplette Einstreu müsst ihr mindestens ein- bis zweimal in der Woche wechseln. Ihre Schlafhäuser können mit Heu oder Stroh auspolstert werden, wichtig ist auch hier eine wöchentliche Reinigung. Über den Standort des Rattenheims müsst ihr euch sorgfältig Gedanken machen. Zugluft oder Kälte kann die Tiere krank machen, direkte Sonne vertragen sie ebenfalls nicht. Lärm oder laute Musik ist eine zusätzliche Belastung für sie. Ihre Umgebung sollte deshalb hell, trocken und ruhig sein.

Feinschmecker zu Tisch



Frisches Gemüse bereichert den Speiseplan. Bei Klick vergößern.

Der Futternapf sollte aus Keramik sein, dann ist er leicht zu reinigen und kann nicht kippen. Füttern könnt ihr die Ratten mit einem Trockenfutter aus der Zoofachhandlung, bestehend aus verschiedenen Flocken, Körnern, Nussfrüchten und ölhaltigen Sämereien. Etwas Obst wie Äpfel, Birnen, Bananen, Weintrauben und frisches Gemüse wie Tomaten, Karotten, Futterrüben und Gurken dürfen bei der Ernährung nicht fehlen. Frisches Grünfutter, zum Beispiel Salat, Löwenzahn oder Gänseblümchen ist bei den kleinen Nagern sehr beliebt. Ein- bis zweimal in der Woche freuen sie sich zudem über ein wenig Käse, Hüttenquark oder ein Stückchen hart gekochtes Ei.

Tägicher Auslauf



Täglich auf Entdeckungstour außerhalb des Käfigs. Bei Klick vergrößern.

Auch wenn die „Ratten-Wohnung“ noch so abwechslungsreich eingerichtet ist, brauchen die Tiere täglichen ein bis zwei Stunden Auslauf. Diese Ausflüge solltet ihr immer beaufsichtigen, denn die kleinen Nager machen vor Möbeln, Büchern oder Elektrokabeln nicht halt. Schranktüren, Schubladen, enge Spalten zwischen Möbeln und Wände dürfen für die Ratten nicht zugänglich sein. Bringt bitte Verständnis für die kleinen Nager auf, wenn sie „unterwegs“ in der Wohnung Urin und Kot hinterlassen.

Eine umgängliche Rattengesellschaft



Die geselligen Tiere können sehr zutraulich werden. Bei Klick vergrößern.

Wenn sich die Ratten an euch gewöhnt haben, können sie sehr verschmust und zutraulich werden. Ihr könnt sie dann auf den Arm nehmen oder auf Eurer Schulter sitzend spazieren tragen. Was ihr jedoch nie machen dürft: Am Schwanz packen und in die Luft heben, das mögen sie gar nicht und Schmerzen würdet ihr ihnen auch zufügen – ihr wollt schließlich auch nicht an den Ohren gezogen werden!

Anzeichen für Krankheit

Haben eure Ratten 
  • verklebte Augenränder
  • verkrustete Nasenöffnungen
  • rasselnde, knackende und keuchende Atemgeräusche
  • Durchfall
  • fressen nicht oder
  • sitzen traurig in der Ecke,

müssen die Tiere umgehend zu einem Tierarzt gebracht werden.

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