Seite drucken
Fenster schließen
Logo: Deutscher Tierschutzbund e.V. Schriftzug: Deutscher Tierschutzbund e.V.
Tierschutzjugend
Demonstrationgegen Wildtiere im Zirkus

Februar 2010


Die demonstrierenden Jugendlichen vor dem Zirkus Renz in Dortmund. Mit Klick vergrößern. © Bärenbande

Mit selbstgemalten Plakaten hat die "Bärenbande", die Tierschutzjugend des Tierschutzvereins Groß-Dortmund, am 13. Februar 2010 gegen die Wildtierhaltung im Zirkus Universal Renz protestiert. Trotz der Winterkälte harrten die Jugendlichen zwei Stunden lang vor dem Zirkusgelände aus und verteilten über hundert Infozettel zur Wildtier-Problematik im Zirkus an interessierte potentielle Besucher. Zumindest einige konnten sie davon überzeugen, nicht zur Vorstellung zu gehen.
 

 

Schlechte Tierhaltung

Der Zirkus Universal Renz wird von Tierschützern schon lange für seine schlechte und nachlässige Tierhaltung kritisiert. Selbst die großzügig ausgelegten Haltungsrichtlinien für Zirkustiere werden oft nicht eingehalten. In vielen Fällen gab es auch schon Einwände der Amtstierärzte, das sind Tierärzte, die für das örtliche Veterinäramt arbeiten, die die Tierhaltung im Zirkus Universal Renz kontrollieren sollten.
 
Dabei kam es auch vor, dass der Zirkusdirektor oder Mitarbeiter des Zirkus Universal Renz diese Tierärzte und kritische Tierschützer bedroht und beleidigt haben. Das beweisen mehrere Gerichtsverfahren wegen Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung.



Mit selbstgemalten Plakaten unterwegs - trotz Winterkälte. Mit Klick vergrößern. © Bärenbande

Auf seiner Internetseite beteuert Renz zwar seine vorbildliche Tierhaltung. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus: Badebecken für die Bären werden nicht aufgebaut oder sind ohne Wasser, die vorgeschriebenen Freigehege für die Tiere stehen leer, den Tieren fehlt so der nötige Auslauf. 
Zur schlechten Haltung der Tiere kamen immer wieder Probleme mit ausgebrochenen Tieren sowie „Unfälle" hinzu. Mehrfach wurden Dompteure des Zirkus Universal Renz von Tieren angegriffen und verletzt.
  
Oft sind Probleme schwierig festzustellen, weil man außerhalb der Vorstellung nicht an die Tiere herankommt. Auch amtliche Kontrollen finden selten statt. Zwangsmaßnahmen werden nicht immer befolgt und können bei dem reisenden Zirkus leider nur schwer nachverfolgt werden. Bis sich die Gerichte bewegen, ist der Zirkus schon wieder weitergezogen.
 
Bevor der Gesetzgeber endlich die Wildtierhaltung im Zirkus ganz verbietet wie zum Beispiel in Österreich, sind Auftrittsverbote der Städte vielleicht das beste Mittel. Dem Zirkus Universal Renz wurden bei seinem Gastspiel im März 2008 in Köln viele Missstände nachgewiesen. Seitdem dürfen überhaupt keine Zirkusse mit Wildtieren mehr in Köln gastieren.

© 2010 Deutscher Tierschutzbund e.V.
Quelle: http://www.jugendtierschutz.de/