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|  Vorstellung der Initiative "Tierheim-AG" an der Esther-Weber-Schule in Emmendingen-Wasser in Kooperation mit dem Tierschutzverein Stadt und Landkreis Emmendingen e.V.
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05.12.2008 - Bericht von der Esther-Weber-Schule, Emmendingen

Liebe Tierfreunde,
die Esther-Weber-Schule - Staatl. Schule für Körperbehinderte mit Internat (HSS) und der Tierschutzverein Stadt und Landkreis Emmendingen e.V. freuen sich sehr über euer Interesse an dem Projekt "Tierheim-AG" welches hier näher vorgestellt wird.
ProjektprogrammRealisierung einer öffentlichen Tierheim-AG an der Esther-Weber-Schule Emmendingen-Wasser, größte staatliche Schule für Körperbehinderte in Baden Württemberg. Die Schule verfügt über einen Internatsbetrieb. Öffentliche AG heißt, dass zukünftig grundsätzlich alle Internatsschüler, für die eine solche AG entwicklungsfördernd ist, die Möglichkeit bekommen sollen, daran teilnehmen zu können (ab Schuljahr 2009/10). Derzeit läuft das Projekt in einer Orientierungsphase mit ausgewählten Schülern.
Die Kooperation zwischen Tierheim und Schule wurde auf meine Initiative hin begründet und seitdem übernehme ich in Absprache mit Schul- und Internatsleitung die Organisation. Das Projekt entstand im Zusammenhang mit meiner Ausbildung am Seminar Freiburg zum Sonderschullehrer im sogenannten „Sonderpädagogischen Handlungsfeld“ (SPH). Das Projekt wird für das Seminar schriftlich dokumentiert, vor einer Kommission präsentiert und schließlich in einem Kolloquium erläutert.
KonzeptDie Grundidee war der wechselseitige Nutzen für die behinderten Schüler einerseits und die heimatlosen Tiere andererseits.
Es gibt zwei zentrale Zielperspektiven in meiner Arbeit. Die Verwirklichung einer öffentlichen Tierheim-AG an der Schule im nächsten Schuljahr und die gezielte Förderung ausgewählter Schüler während der AG, um positive Effekte und Fördermöglichkeiten durch diese zu begründen. Am Ende entsteht für die Internatsleitung ein Übersichtspapier mit den wichtigsten Informationen und Erkenntnissen rund um die AG, damit die Weiterführung des Projekts nach meinem Ausscheiden eine schriftliche Grundlage hat. In der Gesamtlehrerkonferenz am 16. Januar 2009 wird das Projekt der gesamten Lehrerschaft vorgestellt, damit neue Schüler für die AG ausgewählt und möglicherweise weitere Kooperationsformen gefunden werden können.

BerichtAlle ein bis zwei Wochen, immer dienstags nach der Schule, fährt eine ausgewählte Gruppe von Internats-Schülern gemeinsam ins Tierheim in Emmendingen. Die Lern- und Erfahrungsbereiche für die Schüler sind vielfältig. Gemeinsames Gassi-Gehen mit Hunden und Erlebnisse im Kuschelkatzengehege bilden den Rahmen dafür.
Die beteiligten Schüler, allesamt körperlich bzw. geistig, aber auch schwer mehrfach behindert, wurden sorgfältig ausgewählt um Entwicklungsprozesse in unterschiedlichen Bereichen konsequent zu beobachten und zu fördern.
Melanie (19) und Jasmin (14) waren von Anfang an mit dabei. Beide haben eine geistige und eine Sprachbehinderung. Ihr oftmals schwer verständliches Sprechen stellt kein Hindernis mehr dar, wenn es darum geht, die Hunde beim Gassi-Gehen an der Elz oder beim Spielen auf der hauseigenen Tierheim-Wiese zu führen. Befehle wie „Sitz“, „Aus“ und „Komm“ wurden nach und nach erlernt und selbst in gefährlichen Situationen (Straßenverkehr, fremde Gassi gehende Hunde) konsequent umgesetzt. Jasmin zeigte anfänglich große Scheu, die Hunde zu streicheln oder ihnen ein Leckerli zu geben. Inzwischen ist insbesondere Hund Santy, eine kinderliebe und verspielte Jack-Russell-Dame, zu einer vertrauten Freundin geworden, mit der das Rennen über die wunderschönen Wiesen entlang der Elz, Freiheit und Autonomie bedeutet. Vermehrt auch Unabhängigkeit von dem Auge der betreuenden Kräfte, denn die Schüler haben in kürzester Zeit gelernt, dass sie als Gassi-Geher die Verantwortung für das Tier haben und das bedeutet, die Bedürfnisse des Tieres ernst zu nehmen und es, genau wie sich selbst, vor Gefahren schützen zu müssen. So wird mit den Schülern immer wieder eingeübt, die Straße auch ohne Ampel sicher zu überqueren und adäquat auf die Unruhe des Hundes an der stark befahrenen Straße zu reagieren.
 Melanie (17) ist neu zur Tierheim-Gruppe dazugekommen. Die Betreuer arbeiten mit ihr gemeinsam daran, dass auch sie lernt, sicher mit dem Straßenverkehr umzugehen. Angefangen wird in der Praxis, allerdings mit einer sichernden Hand eines Betreuers an der Leine des Hundes. Melanies große Begeisterung für das Gassi-Gehen hilft ihr, schnell Fortschritte zu machen und trotz ihrer geistigen Behinderung lernt sie was es heißt, Verantwortung für ein Lebewesen in ihren Händen zu tragen.
Völlig andere Zielsetzungen hat die Arbeit mit Lara (14). Lara ist ein schwer mehrfach behindertes Mädchen und sitzt im Rollstuhl. Auch sie nimmt regelmäßig Teil an gemeinsamen Spaziergängen entlang der Elz Teil, doch besonderes Augenmerk liegt auf ihren Erfahrungen im Kuschelkatzengehege. Hier tummeln sich häufig ein Dutzend heimatloser Katzen, von denen einige ganz besonders zutraulich und verschmust sind. Eine betreuende Kraft begleitet Lara stets im Katzengehege und ermöglicht ihr das Spüren des weichen Fells und das Erleben von Nähe und ungebrochener Aufmerksamkeit seitens der Katzen, die ihrerseits immer wieder mit großem Interesse reagieren, wenn Laras Rollstuhl in ihrem Katzenhaus steht. Lara ist in diesen Momenten stets hellwach und beobachtet aufmerksam und gespannt ihre Umwelt, was für sie ein wichtiger Förderbereich darstellt.
 Alle Entwicklungsschritte während der AG werden derzeit für die Schüler in bebilderten Entwicklungstagebüchern festgehalten, die den Eltern eine Orientierung darüber geben, welche Fortschritte ihre Kinder gemacht haben.
Diese Tagebücher werden in der Vorweihnachtszeit zusammen mit einem Spendenaufruf für das Tierheim an die Eltern weitergeleitet.
Möglicherweise ist die AG der Beginn weiterer Kooperationsformen mit der Esther-Weber-Schule. Die Möglichkeiten den Tierschutz zu unterstützen sind vielfältig und insbesondere die Abhängigkeit des Tierheims von Spenden ist enorm. Erst die ehrenamtliche Arbeit der 1. Vorsitzenden Frau Würstlin-Ziemann und der 2. Vorsitzenden Frau Oberle macht das Bestehen des Tierheims überhaupt möglich. Ihre Unterstützung des Projekts durch wichtige Zugeständnisse wie Verlängerungen der Gassi-Zeiten, haben der AG von Anfang an wichtige Impulse gegeben. Die Schüler haben sich hierfür jüngst beim Tierheim bedankt, indem sie ein Plakat gestaltet haben, auf dem sie besondere Momente der AG festgehalten haben. Am 1. Juli 2009 ist im Tierheim Emmendingen Tag der offenen Tür. Die Schüler planen das Tierheim tatkräftig zusammen mit den Eltern zu unterstützen.
KontaktadressenEsther-Weber-Schule - Staatl. Schule für Körperbehinderte mit Internat (HSS)
In der Kohlgrube 5
79312 Emmendingen
http://www.sfk-wasser.de/
Mail (at) sfk-wasser.de
Ansprechpartner: Schulleiter Herr Rainer Kirchhoff und Internatsleiter Herr Hans Joachim Plau
Tierschutzverein Stadt und Landkreis Emmendingen e.V. Am Elzdamm 35
79312 Emmendingen
http://www.tierheim-emmendingen.de/
info (at) tierheim-emmendingen.de
Ansprechpartner: 1. Vorsitzende Frau Corina Würstlin-Ziemann und 2. Vorsitzende Frau Elke Oberle
Timo Müller-Gisch
Högestraße 8
79108 Freiburg
timo.mg (at) t-online.de
Vielen Dank für euer Interesse. Wenn ihr noch mehr zu dieser Initiative erfahren möchtet könnt ihr gerne mit uns Kontakt aufnehmen. Wir würden uns sehr darüber freuen.
Mit freundlichen Grüßen,
Timo Müller-Gisch
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© 2010 Deutscher Tierschutzbund e.V.
Quelle: http://www.jugendtierschutz.de/ |
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