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Tiere und Menschen
Rindermast
Rinder mästet man in 12 bis 18 Monaten auf etwa 600 bis 650 Kilogramm Gewicht. Zur Kälbermast gehört häufig die Aufzucht der mänlichen Milchkuh-Kälber, die schon mit etwa 250 Kilogramm Gewicht geschlachtet werden.

Rindermast in Deutschland



Rindermast auf Vollspaltenböden - keine Einstreu sondern vom Harn und Kot glitschiger Boden. Bei Klick vergrößern.

Für die Haltung von Mastrindern gibt es keine gesetzlichen Regeln. Dabei werden in Deutschland jährlich 3,4 Millionen Rinder und Kühe sowie über 300.000 Kälber geschlachtet. Die Jungrinder werden meist intensiv gemästet. Das heißt: Sie kommen nie nach draußen auf die Weide, sondern werden im Stall auf Vollspaltenböden gehalten. Sie stehen ohne Einstreu auf einem Boden mit lauter Ritzen, durch den sie ihren Kot und Urin durchtreten. Der Landwirt spart sich damit das Ausmisten des Stalles. Seltener gibt es die sogenannte "extensive Mast", eine Haltung auf Einstreu im Laufstall.

Die Folgen dieser Haltung

Um hohe Gewichtszunahmen zu erreichen, besteht das Futter hauptsächlich aus energiereicher Maissilage und Kraftfutter. Diese Fütterung entspricht kaum noch den Bedürfnissen der Rinder als Wiederkäuer und Verdauungsprobleme sind die Folge.
 
Die Tiere leben zwar in Gruppen, aber das Platzangebot ist so gering, dass sie kaum gleichzeitig liegen können. Einem Bullen, der gegen Ende der Mast 650 bis 700 Kilogramm wiegt, steht in der Regel nur eine Fläche von zwei bis zweieinhalb Quadratmetern zur Verfügung. 
 
Die Folgen dieser nicht artgerechten Unterbringung sind Verhaltensstörungen sowie Schäden an Haut und Gelenken. Da die Tiere sich gegenseitig treten oder weil der harte Betonboden zu Hautabschürfungen führt, kommt es oft zu Verletzungen. Schmerzhafte Entzündungen der Schwanzspitzen treten häufig auf, weil der Schwanz ständig auf dem Spaltenboden liegt oder durch die Spalten hindurch rutscht und in der Gülle hängt.
 

Tierfreundliche Mutterkuhhaltung



Mutterkuh mit Kalb im Offenstall. Bild bei Klick vergrößern.

Die tierfreundlichste Art der Rindfleischerzeugung ist die Mutterkuhhaltung. Hier leben die Kühe mit ihren Kälbern und einem Bullen zusammen als Gruppe. Das Kalb bleibt nach der Geburt bei der Mutter, darf bei ihr Milch trinken und mit der Kuhherde ins Freie. Die Tiere sind im Sommer auf der Weide und im Winter in einem Laufstall. Wenn die Kälber mit etwa acht Monaten geschlechtsreif sind, werden sie von der Herde und nach Geschlechtern getrennt. Die weiblichen leben dann in einer Gruppe zusammen und die Jungbullen in einer anderen.

© 2010 Deutscher Tierschutzbund e.V.
Quelle: http://www.jugendtierschutz.de/