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Die Lage der Tierheime
Städte und Gemeinden gefordert
Demo in Berlin - Videopodcast
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Die Tierheime leisten Tag für Tag praktische Tierschutzarbeit - zum großen Teil ehrenamtlich, also ohne Bezahlung. Aber auch ausgebildetet Tierpfleger sind dabei, das ist auch Vorschrift. Tierheime sind in der Regel keine städtischen Einrichtungen, sie übernehmen jedoch wichtige Aufgaben der Gemeinden, wie die Aufnahme von Fundtieren und beschlagnahmten Tieren. Doch während Fundsachen nach Ablauf der Lagerfrist versteigert oder verkauft werden, bleiben die Tiere bis zur endgültigen Vermittlung oder bis zu ihrem Tod im Tierheim. Die Stadt, die eigentlich für die Betreuung zuständig wäre, zahlt dafür kaum etwas an das Tierheim.
Die Lage der TierheimeBei einer großen Umfrage des Deutschen Tierschutzbundes unter dem ihm angeschlossenen Mitgliedsvereinen kam heraus, dass die Gemeinden die Tierheime zwar mit Geld unterstützen - aber nur mit höchstens 25 Prozent und nur für die Betreuung der Fundtiere. Gleichzeitig fordern die Städte und Gemeinden aber eine Menge: Gut 80 Prozent der Arbeit der Tierheime machen die Aufgaben für die Gemeinden aus. Die übrigen Kosten müssen die Tierschutzvereine über Spenden und Mitgliedsbeiträge versuchen zu finanzieren.
Doch die Folgen der aktuellen Wirtschaftskrise spüren auch die Tierheime: Die Spenden gehen zurück, gleichzeitig geben mehr Menschen ihr Tier aus finanziellen Problemen ab. Vieler dieser Abgabetiere sind alt oder krank - sie brauchen teure Medikamente oder intensive Betreuung durch den Tierarzt.
Die Gesetzgebung belastet die Tierheime zusätzlich. So landen z.B. immer mehr Hunde im Tierheim, die von den Gemeinden in Listen als „gefährlich" eingestuft werden. Solche Hunde dieser lassen sich kaum noch vermitteln, weil neue Besitzer meist ein Führungszeugnis vorlegen müssen und zehnmal so hohe Hundesteuern wie für andere Hunde zahlen müssen. Mitunter bleiben sie fast ihr ganzes Hundeleben im Tierheim - obwohl sie einen einwandfreien Charakter haben. Auch viele Katzen warten in den Tierheimen. Im Durchschnitt bleibt jede Katze dreieinhalb Monate im dort, bis ein neues Zuhause gefunden ist.
Städte und Gemeinden gefordertDiese Probleme spitzen sich seit Jahren immer weiter zu. Größere Reparaturen oder wichtige Neubauten, um Tiere artgerecht unterzubringen, schieben viele Tierheime schon lange hinaus.
Um auf diese Situation aufmerksam zu machen, hat der Deutsche Tierschutzbund versucht mit den obersten Vertretern der Städte, Gemeinden und Landkreise einen runden Tisch einzuberufen - dies doch die Präsidenten der Verbände sagten kurzfristig ab. Nach großem Protest kam es zu einem Gespräch mit Angestellten der Verbände. Doch die Zeit für Diskussionen und ein Gerangel um die Zuständigkeiten wird knapp. Brechen die Spenden noch weiter ein, steht etwa die Hälfte der Tierheime im Deutschen Tierschutzbund vor der Pleite. Soweit darf es aber nicht kommen, denn wohin die Tiere dann gebracht werden wäre unklar - den Tierheimen in der Nachbarschaft geht es nicht besser.
Demo in Berlin - VideopodcastMit einer Demonstration vor dem Bundesrat in Berlin haben wir uns am 24. September 2010 für die Rettung der Tierheime eingesetzt. Mehrere hundert Tierschützer aus den Mitgliedsvereinen und Tierheimen, die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossen sind, nahmen an der Kundgebung teil, die auch von Politikern vor Ort unterstützt wurde.
Erlebe die Demo noch einmal mit - mit unserem Videopodcast:
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