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Tiere und Menschen
Kormoran
Der Kormoran ist ein Vogel, der sich fast ausschließlich von Fisch ernährt. Er wurde lange Zeit als Nahrungskonkurrent des Menschen angesehen und gejagt - Anfang des 20. Jahrhunderts war er hierzulande fast ausgerottet. Inzwischen gibt es wieder viele Brutkolonien - doch die Verfolgung hat wieder begonnen.



Der Kormoran hat eine Spannweite von bis zu 150 cm. Mit Klick vergrößern. © Rike/pixelio

Der Kormoran ist mit bis zu etwa 90 Zentimetern Körperlänge fast so groß wie eine Gans, wobei die Männchen etwas größer und schwerer werden als die Weibchen. Ihr Körper ist lang gestreckt und sie haben einen leicht gebogenen Hals. Die Federn des Kormorans sind schwarz, schimmern im Sonnenlicht aber häufig grün-bläulich.
 
Kormorane gibt es unter anderem in Europa, Asien und Afrika. Ihr könnt sie häufig an Flüssen, Seen oder an der Meeresküste beobachten, da sie sich fast ausschließlich von Süßwasser- und Meeresfischen ernähren. Der Vogel fängt die kleinen bis mittelgroßen Fische beim Tauchen, wobei er den Fisch mit seinem recht langen gelben Schnabel packt, der vorne gebogen ist. Weil sein Gefieder nicht so stark wasserabweisend ist, sitzt er nach dem Tauchen häufig mit ausgebreiteten Flügeln in der Sonner, um die Federn zu trocknen.

Verfolgter Fischliebhaber



An Flüssen und Seen nutzen Kormorane gern halbkahle Bäume als Rastplatz. Mit Klick vergrößern.
© R. Herrmann

Seine Lust auf Fisch wird dem Kormoran zum Verhängnis: Fischer sehen in ihm einen Konkurrenten, der ihnen den Fang wegschnappt. Der Vogel wurde jahrzehntelang verfolgt, bis er fast ausgerottet war. 1979 wurde der Kormoran in Europa unter Schutz gestellt und seitdem sind die Kolonien der Vögel wieder angewachsen. Inzwischen leben in Deutschland 24.000 Brutpaare, die meisten davon an der Küste.
 
Doch seit einigen Jahren protestieren Fischer und Angler, dass die Kormorane zu viele Fische jagen würden, sogar einzelne Fischarten ausgerottet hätten und die Fischerei dadurch wirtschaftliche Verluste mache. Dafür sind aber vor allem andere Ursachen verantwortlich: Gewässer wurden verändert und begradigt, sie sind in einem ökologisch schlechten Zustand, so dass damit die Lebenswelt von Fischen zerstört wurde. 
 
Die Regierungen der Länder haben zum Teil auf den Protest der Fischer reagiert und haben "Kormoranverordnungen" erlassen, die Jägern erlauben, die Vögel abzuschießen oder sie beim Brüten zu stören. Von der Roten Liste auf die Abschussliste: Obwohl der Kormoran nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt ist, unterlaufen die Kormoranverordnungen dieses Schutzgebot. Jedes Jahr werden so 15.000 Komorane getötet.

Vogel des Jahres 2010

Der Deutsche Tierschutzbund hat sich von Anfang an für einen Schutz der Kormorane stark gemacht und wir freuen uns, dass der Kormoran zum Vogel des Jahres 2010 gewählt wurde. Denn es gibt andere, tierfreundliche Abwehrmaßnahmen - zum Beispiel kann man Teiche, in denen Fische gezüchtet werden, schützen indem man Draht darüber spannt. Wir sollten den Kormoran als Bewohner unserer Gewässer akzeptieren und lieber die Seen und Flüsse besser schützen, damit die Fischbestände wieder wachsen können.

 
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