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Tiere und Menschen
Stadttauben
Von den einen Menschen liebevoll gefüttert, von anderen als „Ratten der Lüfte“ verunglimpft, lebt dieser Vogel in fast allen größeren Städten. Die Stadttaube ist ein verwildertes Haustier, sie stammt von der Felsentaube ab, die bereits 5.000 v.Chr. als Haustier gehalten wurde.



Tauben in der Stadt sind ein gewohnter Anblick. Bei Klick vergrößern.

Verwilderte Haustauben folgten den Menschen in die Städte, wo sie gute Nistgelegenheiten in den Nischen der Häuser und den Stadtmauern fanden. Ihre Nahrungsquelle war das Getreide auf den Feldern. Diese Gemeinschaft zwischen Mensch und Taube blieb bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unverändert. Erst ab ungefähr 1950 vermehrte sich der Taubenbestand in den großen Städten Europas und der USA rasant. Den Menschen ging es wirtschaftlich besser. Essensreste, die Menschen auf die Straße warfen, wurden eine neue Nahrungsquelle für die Tauben. Nach und nach verlagerten sie ihren Lebensraum vollständig in die Stadt.
 

Tauben - eine Gesundheitsgefahr?

Vielleicht habt  ihr schon Ausdrücke wie „Salmonellen-Bomber“ oder ähnliches gehört. Eine wissenschaftliche Studie belegt, dass diese Aussage falsch ist. In dieser Studie wurden alle seit den 1940er Jahren bis zum Jahr 2004 beschriebenen Krankheitsfälle auf der ganzen Welt ausgewertet. In fast 50 Jahren wurden nur 222 Krankheitsfälle beim Menschen beschrieben, die Tauben verursacht haben. Die Übertragung von Salmonellen durch die als „Salmonellen-Bomber“ verunglimpfte Taube erfolgte in nur einem einzigen Fall.
 
Fazit: Stadttauben gefährden die menschliche Gesundheit nicht.

Taubenbestand kontrollieren



© Masanneck. Bei Klick vergrößern.

Aber obwohl Stadttauben keine Krankheitsüberträger sind, möchten viele Menschen nicht so viele Tauben in ihren Städten haben, zum Beispiel weil diese auf Häusern und Plätzen ihren Kot hinterlassen. Die Tauben mit "Spikes" auf den Häusern zu vergraulen oder gar zu töten, widerspricht nicht nur dem Tierschutz - es nützt auch nichts. Die Tauben vermehren sich nur umso mehr und schließen die Lücken schnell wieder.
 
Langfristig und tierschutzgerecht ist nur eine behutsame Kontrolle der Taubenbestände. Das funktioniert mit verschiedenen Maßnahmen. Den Vögeln zuliebe sollten diese nicht überall in der Stadt gefüttert werden. Werft also bitte Tauben keine Körner oder Essensreste hin! Auf belebten Plätzen in der Innenstadt, in Wohnanlagen oder auf Plätzen in der Nähe von Kliniken sollte nicht gefüttert werden.
 
Stattdessen sollten geschulte Leute den Tauben in kontrollierten Taubenschlägen artgerechtes Futter geben. In den Taubenschlägen oder -türmen müssen zuverlässige Helfer die gelegten Eier durch Gips-Eier ersetzten. Dies ist wichtig, damit die Tauben sich nicht immer weiter vermehren. Das hat bereits in mehreren Städten gut funktioniert.
 


Tauben, die sich im Park natürliches Futter suchen.
© Masanneck. Bei Klick vergrößern.


 
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Tauben gibt es in vielen verschiedenen Farbschattierungen. Alle Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern. © Masanneck

 
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