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Tiere und Menschen
Hoppel hinter Gittern - "moderne" Kaninchenhaltung
Was haben Kaninchen mit Landwirtschaft zu tun? Nichts könnte man meinen, gäbe es da nicht ein trauriges Kapitel der Kaninchenhaltung im Großen Stil für die Fleisch- und Wollproduktion.

Als Masttier im Käfig

Ihr kennt Kaninchen als lebhafte Tiere, die herumhoppeln, in der Erde Löcher buddeln und Sprünge machen. Zum Kaninchen gehört die Mohrrübe, an der es nagt und knabbert.



Massenhafte Kaninchenhaltung in Drahtkäfigen. © A. Farkas/afi. Bild bei Klick vergrößern

Kaninchen werden aber auch als Masttiere und Wollieferanten in industriellen, fabrikartigen Käfiganlagen gehalten. Diese Batteriehaltung ist, wie bei den Legehennen, Tierquälerei. Vier bis acht Kaninchen sitzen zusammen in einem Käfig, 13 Tiere auf einem Quadratmeter, meistens in mehreren Käfigetagen übereinander gestapelt.
 
Diese Kaninchen haben keine Gelegenheit umherzuhoppeln oder zu buddeln. Einstreu wie Stroh, gibt es nicht, nur blanke Gitterstäbe. Durch die Drahtböden verletzen sich die Kaninchen an den Pfoten, die sich dann entzünden.
 
Die Enge im Käfig und die Langeweile machen die Kaninchen aggressiv. Oft gehen sie deswegen aufeinander los und beißen sich. Verhaltensstörungen treten häufiger auf. Die Kaninchen drehen ich beispielsweise stumpfsinniges im Kreis.

Langweiliges Futter

Die Kaninchen bekommen kein frisches Futter wie Obst und Gemüse und auch kein Heu, sondern nur Pellets, damit sie schneller zunehmen und geschlachtet werden können. Von dem Trockenfutter bekommen die Tiere häufig Verdauungsprobleme. Außerdem verstärkt dieses Futter die Langeweile. Normalerweise verbringen Kaninchen viele Stunden am Tag mit Fressen, dem „Mümmeln“ des frischen Grünzeugs.
 
Die Kaninchen werden im Alter von vier Wochen von der Mutter getrennt und kommen in den Maststall. Wenn sie drei bis vier Monate alt sind, werden sie geschlachtet. Die Mutter wird eine Woche nach der Geburt neu besamt, so dass sie bis zu zehn mal im Jahr neue Babys bekommt.




Konventionelle Kaninchenhaltung, © A. Farkas/afi - Bild bei Klick vergrößern


In dieser Käfighaltung leiden die Kaninchen und können ihre natürlichen Verhaltensweisen überhaupt nicht ausleben. Der Deutsche Tierschutzbund fordert ein Verbot der Haltung in Käfigen und stattdessen eine Auslaufhaltung und Fütterung mit Rauhfutter wie zum Beispiel Heu.
 
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