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Schülerin Lenka will über Tiere alles wissen. Deshalb wird jedes Tier das Lenka Stepanek im Alltag "über den Weg läuft" von ihr genauestens erforscht und wenn es in Not geraten ist selbstverständlich auch gepflegt. Sie hat schon in Not geratene erschöpfte Fledermäuse gesund gepflegt und sie kümmerte sich um fünf verwaiste blinde Siebenschläferfindlinge und beobachtete auch Meerschweinchen bei der Balz. Was Lenka mit ihren Pfleglingen alles erlebt und bei ihren Forschungen beobachtet erfasst sie in Manuskripten, Naturtagebüchern und Bildern. Lenka berichtet auch in Vorträgen über ihre erkenntnisreichen Forschungsergebnisse.
Viel Spaß beim Lesen bei Lenkas spannend dokumentierter Entdeckerreise in die Welt der Tiere und des Tierschutzes.
Fledermäuse in Not
Beobachtungen an meinen Meerschweinchen in den Jahren 2004 und 2005
Beobachtungen an meinen Siebenschläferpfleglingen im Jahre 2004
 
Fledermäuse in Not(Kurzfassung meiner Jufo/Schüex-Arbeit; eingereicht am 7.1.2007)
Schon seit Jahren beschäftige ich mich mit Fledermäusen, weil meine Eltern Biologen sind. Immer wieder bekommen wir flugunfähige, manchmal auch tote Fledermäuse ins Haus; im Schnitt zehn pro Jahr. Im Jahr 2006 hatten wir insgesamt zwölf Fledermäuse von sechs verschiedenen Arten, davon drei tote. Ich habe die Tiere bestimmt und durfte die Pflege der hilfsbedürftigen selbstständig übernehmen. So konnte ich die Fundtiere aus nächster Nähe gut beobachten.
Die Geschlechtbestimmung der Tiere war einfach, da bei den ♂ der Penis deutlich zu sehen war. Das Geschlechtverhältnis der Fundtiere war 50:50. Es waren fünf Adulte und sieben Juvenile dabei. Die Jungtiere waren dunkler gefärbt als die Alttiere. Zwei der Tiere sind vermutlich Katzen, zwei andere dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen. Gewogen habe ich die Tiere mit einer Digitalwaage, die Unterarmlänge habe ich mit einem Lineal gemessen. Meine Pfleglinge hatten einen geräumigen Holzkasten zur Verfügung, für das Flugtraining benutzte ich Mamas Schlafzimmer. Von den neun Pfleglingen sind drei verstorben, sechs konnte ich freilassen.
Von allen Futtertieren waren Mehlkäferlarven (die Käfer selbst aber nicht) am beliebtesten und bei den größeren Arten auch Zoophobas. Von Fliegen wurde am liebsten das Puppenstadium gefressen, die Fliege verschmäht. Nicht jede Fledermausart hatte die gleichen Vorlieben. Kleine Arten fraßen weder Heuschrecken noch Falter. Spinnen waren unbeliebt. Neben Ultraschalllauten gaben meine Pfleglinge auch hörbare Laute von sich: Z-Laute, Verlassenheitslaute, Schnurrlaute und Schmatzlaute. Meistens hingen die Tiere mit dem Kopf nach unten. Sie waren sehr reinlich; zum Pinkeln und Kacken drehten sie sich mit dem Kopf nach oben. Sogar die Jungtiere säuberten sich selbstständig ihr Fell und leckten sich die Flughäute. Manche Pfleglinge wurden zahm und haben mich wieder erkannt.
Am interessantesten fand ich die Kleinabendseglerfamilie (Mutter Liesel mit den Babys Popcorn und Konfetti). Am Fundtag waren die Babys ca. drei Wochen alt und hingen die ersten Tage praktisch immer an Liesels Zitzen. Im Alter von fünf Wochen fraßen sie selbstständig Mehlwürmer. Mit vier Wochen streckten und putzten sie ausgiebig ihre Flügel und zwei Wochen später waren sie flügge. Nach zehn Tagen Flugtraining konnte ich das Trio wieder am Fundort freilassen.
Die Pflege von Fledermäusen ist zeitaufwändig, macht mir aber großen Spaß. Da Fledermaus♀ nur ein bis zwei Junge im Jahr haben (aber dafür recht alt werden können), halte ich es für sinnvoll, auch einzelne Tiere aufzupäppeln. Fundtiere sind auch von wissenschaftlichem Interesse; sie liefern Daten über die Verbreitung von Fledermäusen in unserer Heimat. Wer eine flugunfähige Fledermaus findet und sie selbst nicht pflegen kann, sollte sich an die nächste Naturschutzbehörde, den LBV, den BN oder die Koordinationsstelle für Fledermausschutz wenden.
Lenka Stepanek, Klasse 5a, Gymnasium Scheinfeld/Mittelfranken
Tabelle 1: Die von mir im Jahr 2006 untersuchten und betreuten Fledermäuse
Tabelle 2: Gewichte von meinem Dauerpflegling „Zeter“ (Zwergfledermaus ♀ aus Neustadt/Aisch) von Juli 2005 bis Dezember 2006
Tabelle 3: Entwicklung meiner Kleinabendseglerfamilie aus Ailsbach
Tabelle 4: Ernährung meiner Fledermauspfleglinge. Die am häufigsten angebotenen Futtertiere waren „Mehlwürmer“
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Beobachtungen an meinen Meerschweinchen in den Jahren 2004 und 2005(Kurzfassung meiner Jufo/Schüex-Arbeit; eingereicht am 15.1.2006)
Meerschweinchen (Cavia aperea porcellus) sind Nagetiere und wurden vor über 400 Jahren aus Mittel- und Südamerika von Kaufleuten zu uns nach Europa gebracht. Hier werden sie als beliebte Haustiere, aber auch als Versuchstiere gehalten.
Fast zwei Jahre habe ich insgesamt 21 Meerschweinchen (Meeris) beobachtet, davon 15 eigene. Die Tiere können hervorragend hören, riechen, tasten und gut sehen. Sie sind lärmempfindlich, aber sehr friedlich und verfügen über eine tolle Sprache: Sie grunzen, glucksen, quieken, fiepen und gurren. Meine Meeris fressen am liebsten Heu, Äpfel, Gurken, Möhren und Löwenzahnblätter. Tagsüber kommen sie im Sommer etwa stündlich zum Fressen aus ihren Häuschen, im Winter öfters. Alle 10-15 Minuten kackt jedes Tier drei bis acht Kotbällchen. Oft fressen sie ihren eigenen Blinddarmkot. Am frühen Abend sind meine Meeris am aktivsten.
Meerimännchen wollen sich ständig paaren und führen einen Rumbatanz auf. Die Weibchen sind nur alle 16-18 Tage paarungsbereit. Meine drei Meeridamen haben jeweils vier Junge geboren. Die Babys kamen mit Fell, offenen Augen und bleibendem Gebiss zur Welt. Schon eine Halbe Stunde nach der Geburt haben sie gefressen. Drei Wochen wurden sie gesäugt. Junge Männchen balzen schon mit zwei bis drei Wochen. Deshalb ist es wichtig, das Geschlecht der Tiere unterscheiden zu können: bei Männchen schaut es aus wie ein Ausrufezeichen, bei Weibchen wie ein Ypsilon.
Bei meinen Tieren wurde das Merkmal „Langhaar“ rezessiv vererbt. Das Merkmal „Glatthaar“ wurde bevorzugt vererbt, das Merkmal „Rosette“ seltener. Das Merkmal „Blesse weiß“ kam häufig vor; „Augen rötlich“ nur selten.
Ich empfehle mindestens zwei Meeris zusammen zu halten, weil es Rudeltiere sind. Außerdem brauchen sie täglich genügend Auslauf, am besten in einem großen Freigehege. Nur im Käfig eingesperrte, einzeln gehaltene Meeris sind in meinen Augen arme – und deren Besitzer fiese Schweine.
Lenka Stepanek, Klasse 4 c, Grundschule Scheinfeld/Mittelfranken
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Beobachtungen an meinen Siebenschläferpfleglingen im Jahre 2004(Kurzfassung meiner Jufo/Schüex-Arbeit; eingereicht am 18.1.2005)
Am 24. August 2004 habe ich fünf verwaiste Siebenschläferbabys in Pflege bekommen. Da ich sie nicht auseinander halten konnte, taufte ich sie Nüsschen 1-5. Sie bewohnten einen Vogelkäfig und schliefen aneinandergekuschelt in einem Wellensittichnistkasten. Tagsüber durften sie öfters im Zimmer rumtoben. Am Fundtag waren sie blind und wogen nur 25 Gramm. Am nächsten Tag öffneten sie die Augen, waren also drei Wochen alt. Anfangs gab ich ihnen ungezuckerte Kondensmilch und Katzenmilch durch ein Puppenmilchfläschchen. Bald lernten sie vom Löffelchen trinken und leckten gerne Obstmus. Kurz darauf knabberten sie an Apfelstückchen und Haselnusskernen. Mit 4-5 Wochen waren sie eher tagaktiv als nachtaktiv. In den nächsten Tagen und Wochen wurden sie immer fitter und konnten toll klettern und springen. Ich stellte fest, dass ihnen an den Vorderpfoten der Daumen fehlte. Das ist bei allen Bilchen normal. Erst mit fast sieben Wochen sah ich, dass eins von ihnen garantiert ein Männchen war. Nun waren sie mehr nachtaktiv. Der Schwanz sah jetzt aus wie bei einem alten Siebenschläfer. Nach zwei Monaten Pflege hatten meine Pfleglinge endlich 70 Gramm erreicht, so dass ich sie rechtzeitig vor dem Winter ausgesetzt habe.
Um zu schauen, was ihnen wie schmeckt habe ich ihnen 56 verschieden Sachen angeboten. Am liebsten mochten sie frisches, süßes Obst, Hasel- und Walnüsse. Gemüse, Gartenkräuter, Hackfleisch und Mehlwürmer schmeckten ihnen nicht. Meine Siebenschläfer waren sehr zutraulich, vor allem mir gegenüber. Vielleicht erkannten sie mich auch am Geruch oder an der Stimme. Gebissen haben sie mich nie, obwohl sie scharfe Zähnchen hatten.
Eigentlich darf man Wildtiere nicht nach Hause nehmen. Aber bei verletzten oder verwaisten Tieren kann man eine Ausnahme machen, wenn man sie hinterher wieder aussetzt. Sie noch länger im Käfig zu halten wäre Tierquälerei.
Lenka Stepanek, Klasse 3 c, Grundschule Scheinfeld/Mittelfranken

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